Saisonbilanz 2007/08
Kategorie: Allgemein
Bilanz der 45. Bundesliga-Saison 2007/08
Der FC Bayern ist ganz überlegen zum 20. Mal Meister der Bundesliga geworden. Eine tolle Bilanz, wenn man bedenkt, dass die nächsthäufigsten BL-Meister die jetzt gerade wieder aufgestiegenen Mönchengladbacher sind (5 mal in den 70er Jahren).
Die Münchner hatten zudem die beste Abwehr aller Zeiten mit nur 21 Gegentoren in der gesamten Saison (bisher: Bremen 22 vor 20 Jahren).
Den besten Sturm hatte wieder einmal wie so oft in den letzten Jahren Werder Bremen. 75 Tore sind etwa 2,2 pro Spiel, aber leider nur die Vizemeisterschaft.
Die Zeiten, in denen eine Mannschaft 80 oder mehr Tore erzielt, sind lange vorbei, das waren die Bayern als Vizemeister hinter Bremen vor 20 Jahren (83).
FC Bayern mit den wenigsten Gelben Karten, Duisburg mit den meisten Platzverweisen
Auch bei den gelben Karten erweisen sich die Bayern als die fairsten. 46mal wurde gegen sie gelb gezeigt, es folgt der HSV mit 53. Die meisten kassierte Absteiger Duisburg mit 86.
Bei den Platzverweisen führen erstaunlicherweise die Bremer mit 7 vor Dortmund und Stuttgart mit jeweils 6. Insgesamt gab es 26 gelb-rote und 24 rote Karten. Das ist die mit Abstand niedrigste Quote seit Einführung der gelb-roten Karte in der Saison 1991/92, bisher waren das 59 Platzverweise in 1997/98 und 2005/06.
Schlechte Bilanz für die Heimvereine
Es gab nur 143 Heimsiege in 306 Spielen, das sind nicht mal 47%. 78 Unentschieden stehen immerhin 85 Auswärtssiege gegenüber.
Es wurde nicht mehr so oft aus- und eingewechselt wie in den vergangenen Jahren. Am häufigsten machten davon Bochum, Hamburg und Hannover Gebrauch, genau 100 mal. Das bedeutet, dass sie nur 2 mal nicht das volle Einwechselkontingent erschöpften. Am wenigsten wechselte die Frankfurter Eintracht ein (79 mal), die wie Bremen, Karlsruhe und Nürnberg sogar in einem Spiel mit 11 Mann durchspielte.
Torquote nicht überragend
Mit 860 Toren (= 2,8 pro Spiel) wurde die 3 Tore-Grenze wieder klar unterschritten. Die Zeiten, in denen über 1000 Tore in einer Saison fielen, sind leider längst vorbei und lange her, 1983/84 waren es 1097 (= fast 3,6 im Schnitt) in einer gesamten Saison. Am letzten Spieltag gab es die meisten Tore, nämlich 38. Rekord sind immer noch die 53 Tore vom 32. Spieltag der Saison 1983/84.
Tore von eingewechselten Spielern gab es 91, eine durchschnittliche Quote, die 110 Joker-Tore aus der Saison 2004/05 blieben unerreicht. Am erfolgreichsten in dieser Saison wechselte mal wieder der Bremer Trainer Schaaf ein. Seine Einwechselspieler erzielten insgesamt 13 Joker-Tore. Damit hätten sie fast ihren eigenen Rekord aus der letzten Saison (15) erreicht.
Im vorletzten Saisonspiel gelang Ivan Klasnic aus Bremen das 10. Joker-Tor seiner Karriere. Dies schafften vor ihm nur 18 Spieler. Spitzenreiter ist hier der Ex-Bayern Spieler Zickler (spielt heute bei Red Bull Salzburg in Österreich) mit 18 Joker-Toren.
Eigentore gab es natürlich auch, aber nur 23, das entspricht dem Durchschnitt der letzten Jahre. Der einzige Pechvogel, der in der abgelaufenen Saison 2 mal den eigenen Torwart düpierte, war Ricardo Costa vom VfL Wolfsburg.
Elfmeterschützen treffsicher
Die Elfmeterschützen waren nicht mehr ganz so treffsicher und die Torhüter nicht ganz so machtlos wie in der Vorrunde. Von 59 Elfmetern (die zweitniedrigste Anzahl aller Zeiten, nur vor zehn Jahren waren es weniger: 57) wurden 47 verwandelt (knapp 80%). 9 mal konnten die Torhüter den Schuss halten, 3 gingen an die Latte oder vorbei. Ein Kuriosum gab es zu Beginn der Saison. Die ersten 19 Elfmeter der Saison wurden alle verwandelt, erst am 9. Spieltag wurden die ersten beiden Elfmeter verschossen. Übrigens: Nach dem 21. Spieltag zeichnete sich die niedrige Elfmeterzahl bereits ab. Da brachten wir eine entsprechende Statistik und der Chronist tippte damals, dass es 61 Elfmeter sein werden am Saisonende. Nur knapp daneben!
Nur 4 Trainer-Rausschmisse
Nur 4 Trainer wurden vorzeitig entlassen, letzte Saison waren es immerhin noch 12. Es gelang nur von Heesen (Nürnberg) nicht, als Nachfolger eines gefeuerten Kollegen seine Mannschaft vor dem Abstieg zu retten. Hingegen wurden Prasnikar (Cottbus ) und Frontzeck (Bielefeld) als Retter gefeiert. Die Entlassung von Slomka auf Schalke ist ein eigenes Kapitel, über das sich der Statistiker lieber nicht äußert.
Das sind sehr wenig Trainer-Trennungen und kam zuletzt in der Saison 1999/2000 vor, damals waren es auch nur vier.
Fandel und Merk die meistbeschäftigten Schiedsrichter
Herbert Fandel aus Kyllburg und Markus Merk aus Otterbach bei Kaiserslautern waren die meistbeschäftigten Schiedsrichter. Sie wurden in 24 Spielen eingesetzt. Merk hat seine Karriere beendet und bleibt wohl noch lange mit insgesamt 339 Einsätzen in der obersten Spielklasse vorne. Fandel wird ihn auch nicht einholen können, da er nur noch 2 Jahre pfeifen darf und dann die Altersgrenze erreicht hat. Aber mit seinen jetzt 233 Spielen wird er in der nächsten Saison Krug (240) überholen und sich an die 2. Stelle setzen.
Zuschauer:
Geschätzte 12,226 Millionen Zuschauer besuchten die Spiele, das sind 39.954 pro Spiel, nicht ganz die Quote vom Vorjahr, aber immer noch überragend und die beste weltweit. Nächste Saison könnte ein neuer Rekord aufgestellt werden, weil mit Köln und Gladbach zwei Vereine in die Eliteklasse zurückkehren, die mit einer Kapazität von über 50.000 Zuschauern und einem sehr treuen Publikum Vereine mit kleineren Stadien wie Rostock und Duisburg ablösen.
Zum Schluss die Würdigung des Titan
Oliver Kahn hat seine erfolgreiche Karriere beendet: 8mal Meister, 6mal Pokalsieger mit den Bayern seit seinem Wechsel von Karlsruhe zu den Münchnern 1994. 557 Spiele, davon 205 ohne Gegentor, ein Marke, die in den nächsten 10 Jahren mit Sicherheit kein Torwart erreichen wird. Rost vom HSV, der mit 13 Spielen ohne Gegentor in dieser Saison der beste war (vor Kahn und Neuer, Schalke: jeweils 12), hat insgesamt 96 Spiele, ohne dass es bei ihm einschlug. Und selbst wenn Jens Lehmann in die Bundesliga zurückkommen sollte, vielleicht nach Stuttgart: auch er hat nur 110 Spiele ohne Gegentor aus seiner Schalker und Dortmunder Zeit. Kahn hat übrigens 580 Gegentore kassiert, was einen Schnitt von 1,04 Gegentoren pro Spiel macht, eine niedrige Quote, die unerreicht ist.