Bilanz der Vorrunde 2017/18

Kategorie: Allgemein

Die Vorrunden-Bilanz der Fußball-Bundesliga:

Elfmeter-Rekord möglich!

FC Bayern: zum 7. Mal in Folge „Herbstmeister“

Die Münchner standen seit 2011 jedes Mal nach dem 17. Spieltag auf dem 1. Platz. Bei 13 Siegen, 2 Remis und zwei Niederlagen (0:2 in Hoffenheim und 1:2 in Mönchengladbach) konnten sie aber den Vorrunden-Rekord aus 2013 (15 Siege, 2 Remis) nicht gefährden. Auch die Rekord-Tordifferenz der vorletzten Spielzeit (38) erreichten sie ebenfalls nicht mit 37:11 Toren. Aber der 27. Bundesligatitel und sechste in Folge scheint bei 11 Punkten Vorsprung vor den Schalkern ungefährdet zu sein.

Etwas mehr Tore

Der letzte Vorrundenspieltag war mit 36 (= 4 Tore pro Spiel) zugleich der torreichste der gesamten Herbstserie. Dadurch fielen 16 Tore mehr als vor einem Jahr. Das sind aber immer noch 73 weniger als 2013 und nur 2,77 pro Spiel. 68mal (letzte Saison 73, davor 66) gewannen die Hausherren, 45mal wurde remisiert. 40mal gewannen die Auswärtsteams, damit wurde der Rekord aus dem vorletzten Jahr (54) wieder deutlich verfehlt.

Weniger Joker-Tore

Mit 47 wurde der Vorrunden-Rekord von 63 aus der letzten Saison nicht erreicht. Die besten Joker waren Bailey aus Leverkusen und Füllkrug (Hannover) mit je 3 Toren. Der beste Joker aller Zeiten, Nils Petersen aus Freiburg, traf ein Mal bei acht Einwechslungen, erhöhte aber seine Gesamtzahl auf 20 und den Vorsprung vor dem langjährigen Spitzenreiter Zickler (FC Bayern) auf zwei. Neuling Hannover (6 JoTos) wechselte am erfolgreichsten ein, es folgen Leverkusen und Mainz mit jeweils 5. Am wenigsten aufmerksam gegen Einwechsler waren die Schalkere: 6 Tore kassierte der Tabellenzweite auf diese Weise.

Mehr Doppelpacks

33 mal (2016: 42, 2015: 40, 2014: 36) wurde mindestens doppelt von Goalgettern getroffen. 5mal (2016: 6, 2015: 7) gab es sogar einen Dreierpack und zwei Mal gelang das Finnbogason (Augsburg). Außer ihm trafen auch noch die Top-Torjäger Lewandowski (FC Bayern) und Aubameyang (Dortmund) sowie Raffael (Gladbach) drei Mal mindestens doppelt. Der Torwart des abgeschlagenen Tabellenletzten 1. FC Köln, Timo Horn, kassierte die meisten, nämlich sechs DoPas.

Aus- und Einwechslungen

Gladbach am 4. und Wolfsburg am 11. Spieltag wechselten nur einen Spieler ein. 7 Vereine (FC Bayern, HSV, Hoffenheim, Leipzig, Leverkusen, Schalke und Stuttgart) dagegen tauschten in jedem Vorrundenspiel drei Spieler aus. Marco Terrazzino (Freiburg) wurde am häufigsten vom Feld beordert: 13mal in 17 Spielen

Er war auch der Akteur,  der in allen Vorrundenspielen dabei war, aber niemals 90 Minuten durchspielte, denn er wurde auch noch vier Mal eingewechselt. Am Häufigsten von der Bank gebracht wurde sein Mannschaftskamerad  Florian Kath: 12mal  in 13 Spielen.

Immer dabei

Keine einzige Minute in den 17 Vorrundenspielen versäumten 19 Spieler (2016:14, 2015: 25), davon alleine 11 Torhüter.  Eine solche Konstanz wiesen diesmal immerhin acht Feldspieler auf (2016 nur 4, 2015: 13): Delaney (Bremen), Ginter und Vestergaard (beide Gladbach), Gouweleeuw (Augsburg), Günter (Freiburg), Naldo (Schalke), Pavard (Stuttgart) und Plattenhardt (Hertha BSC). Bereits 29 Spieler setzte Köln, die wenigsten Schalke mit 19 ein.

Elfmeter

Der 11m-Rekord aus der Saison 1974/75 (126) ist durchaus erreichbar, denn es wurden in der ersten Saisonhälfte bereits 57 verhängt, von denen nur fünf von den Torhütern abgewehrt wurden, genau so viele wurden an Pfosten/Latte oder vorbei geschossen.  Das sind immerhin über 82% verwandelte Straßstöfe gegenüber nur 64% im letzten Jahr. Drei Spieler traten vier Mal an den ominösen Punkt: Hazard (Gladbach) und der beste Torjäger Lewandowski (FC Bayern) verwandelten immer, von Aubameyang (Dortmund) wehrte der Augsburger Torwart Hitz einen ab. Bezeichnend, dass gegen den Tabelletzten Köln die meisten Elfmeter verhängt wurden: acht. Und bei allen musste der Torwart Timo Horn den Ball aus dem Netz holen, ihm folgen Gulacsi (Leipzig), Jarstein (Hertha BSC, 1 an die Latte) und Leno (Leverkusen), die vier Mal überwunden wurden.

Bei den Vereinen bekamen und verwandelten Schalke sechs (Bentaleb 3, Caligiuri, di Santo und Goretzka jeweils 1) und Gladbach fünf Elfer.

Neuer-Ersatz Ulreich 6mal ohne Gegentor

Manuel Neuer hatte in der Vorsaison in acht (davor 11) von 17 Spielen seinen Kasten sauber gehalten. Nach dem 3. Spieltag verletzt, konnte sein Ersatzmann Sven Ulreich in sechs von 12 Einsätzen mit weißer Weste vom Platz gehen. Bürki (Dortmund) und Baumann (Hoffenheim) benötigten dafür 16 bzw. 17 Spiele. Der ärmste „Hund“ im Tor war, irgendwie logisch, der Kölner Horn, der 32 Gegentore kassierte. Ihm folgen Schwolow (Freiburg) mit 31 sowie Jarstein (Hertha BSC) und Mathenia (HSV) mit je 25 Buden.

Gelbe Karten/Platzverweise: „Spitzenreiter“ Papadopoulos

Insgesamt wurden in der Hinserie 54 gelbe Karten weniger als letzte Spielzeit (568, ohne die gelb-roten)  gezückt. Die meisten bei den Spielern kassierte der HSVer Papadopoulos: sieben in 16 Spielen. Ihm folgen mit je 6 der Freiburger Höfler (4x gelb, 1x gelb-rot) und der Hoffenheimer Vogt . Das unfairste Team waren wieder wie in 2016 die Frankfurter mit 39 gelben Kartons vor Hannover, Hoffenheim und Schalke mit je 37. Die Dortmunder sahen nur 15mal gelb und 1x gelb-rot, dahinter der FC Bayern mit 22 und Gladbach mit 23. Der BVB 09 absolvierte außerdem 10 seiner 17 Vorrundenspiele ohne gelbe Karte, es folgen mit weitem Abstand Freiburg und Mainz mit je fünf. Es gab deutlich weniger Platzverweise: 8 gelb/rote (Vorjahr 16) und 15 (19) rote Karten. Die insgesamt 40 Hinausstellungen aus der Saison 2015/16 können also noch unterboten werden. Rekord sind immer noch die 98 aus der Saison 1994/95.Die Leipziger hatten die meisten Sünder: 4 (je 2 gelb/rote und rote Karten). Ohne Hinausstellung blieben immerhin sieben Vereine (in 2016 nur die Bayern und Hoffenheim). Die meisten Spieler (4) schickte Schiedsrichter Stieler vom Platz.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         

Trainer-Rausschmisse

Dieses Mal traf es mit Jonker (Wolfsburg), Ancelotti (FC Bayern), Nouri (Bremen) und Stöger (Köln) nur 4 Coaches. Letztes Jahr waren es mit sieben fast so viele wie beim Rekord mit 8 in der Hinrunde der Saison 2005/06. Im Gegensatz dazu gab es 1972/73 überhaupt keine Entlassung in der Hinrunde, da wurde erst nach dem 23. Spieltag der erste Trainer gefeuert (Hipp, Hannover).

Schiedsrichter

Die meistbeschäftigten Schiedsrichter waren Aytekin, Gräfe, Siebert und Stieler mit je 9 Spielen. Die erste Schiedsrichterin, die nach 54 Jahren Bundesliga eingesetzt wurde, ist Bibiana Steinhaus. Sie leitete am 3. Spieltag ihr erstes und insgesamt vier Spiele.

Zuschauer:

Mit 6,863 Millionen Zuschauer kamen fast eine halbe Million mehr zu den 153 Spielen als 2016 und nur 120.000 weniger  als in der Rekord-Vorrunde 2011. Die meisten Zuschauer pilgerten wie 2016 in folgende Stadien: Dortmund 81.375 (letztes Jahr 81.625 pro Heimspiel), FC Bayern 75.000 und Schalke 61.667. Allerdings: die Bayern bauen ständig einen Rekord aus, der einzigartig in der ganzen Welt ist: Sie haben in den 10 kompletten Spielzeiten seit 2007/08 und auch in der Vorrunde dieser Saison immer ein ausverkauftes Haus gehabt: Das letzte nicht ausverkaufte Spiel war das 0:0 gegen Bochum am 30.01.2007, da waren „nur“ 64.000 im Münchner Stadion bei damals 67.000 Plätzen. Seitdem: 178 Heimspiele immer ausverkauft. Respekt!