Saisonbilanz 2009/10

Kategorie: Allgemein

Bilanz der 47. Bundesliga-Saison 2009/10

Schon wieder eine Saison der Rekorde!

· Der FC Bayern-Spieler Mark van Bommel ist der erste Niederländer, der als Kapitän die Meisterschale in Empfang nehmen durfte!

· Meisterschaftsrennen und Abstiegskampf waren genau so spannend wie im letzten Jahr.

· Bayer Leverkusen blieb 24 Spieltage vom Saisonstart an ohne Niederlage (13 Siege, 11 Unentschieden), bisheriger Rekordhalter waren die Bayern mit 23 Spielen in der Saison 1988/89.

· Wie im letzten Jahr benötigte ein Nicht-Absteiger nur 31 Punkte. Dazu müssen die Franken aus Nürnberg aber die Relegation gegen ihre Landeskollegen Augsburg (3. der 2. Liga) gewinnen (vorher: Nürnberg, Wolfsburg und Bielefeld mit 34 Punkten).

· Noch nie in einer Saison wurden so wenig Elfmeter verhängt: nur 55, das sind gerade mal 1,6 pro Spieltag. Bisheriger Minusstand war die Saison 1997/98 mit 57, gefolgt von 2007/08 mit 60.

· 95 Auswärtssiege in einer Saison ist absoluter Rekord (bisher: 93 vor 3 Jahren).

· Der FSV Mainz 05 hat 7mal in der abgelaufenen Saison mit 1:0 gewonnen. Damit stellten die Karnevalisten vom Rheinbogen den Rekord von Gladbach (1991/92) und Dynamo Dresden (1993/94) ein.

· Noch nie seit Einführung der gelb-roten Karte wurde der gelbe Karton so wenig gezogen wie in dieser abgelaufenen 47. Saison: 1059mal (bisher: 1077 in 1993/94).

· Schon wieder wurden so viele Torhüter eingesetzt wie noch nie, nämlich 41 (bisherige Höchstmarke: 40 in der letzten Saison).

· 3 Eigentore einer Mannschaft in einem Spiel: Das war in 46 Jahren Bundesliga noch nie vorgekommen. Das "gelang" Hannover 96 beim denkwürdigen 3:5 in Mönchengladbach am 16. Spieltag. Die Landeshauptstädter stellten mit insgesamt 5 Eigentoren auch den Saisonrekord von Nürnberg (1990/91), 1860 München (1997/98) und Rostock (2001/02) ein. Überhaupt gab es in dieser Saison viele Eigentore: 26. Der Rekord aus der Spielzeit 2001/02 (32) wurde aber nicht erreicht.

· Der Zuschauerrekord aus dem letzten Jahr ist um nur 25.000 Zuschauer insgesamt verfehlt worden. Der Rekord "bestbesuchter Spieltag" wurde allerdings am vorletzten Spieltag gebrochen: über 54.000 Zuschauer pro Spiel!

· Zum Schluss natürlich kein Rekord, sondern der traurige Höhepunkt dieser Saison, an den hier natürlich im Rahmen einer solchen Abschluss-Statistik erinnert werden muss: Der tragische Selbstmord des Hannoveraner Torhüters Robert Enke. Der brachte die Mannschaft so durcheinander, dass sie fast abgestiegen wäre. Wer die Tränen seines Nachfolgers im Tor, Fromlowitz, letzten Samstag nach dem rettenden 3:0 in Bochum gesehen hat, weiß, welcher Druck auf dieser Mannschaft und auf Enkes Nachfolger lastete.

Der Meister

Für die Bayern aus München war es der 21. Bundesliga-Titel (insgesamt 22 Meisterschaften). Ihnen folgt immer noch Mönchengladbach. Die hatten ihre meisterliche Zeit in den 70er Jahren (5 mal Meister), dann kommen Bremen (4), Dortmund, Hamburger SV und VfB Stuttgart (je 3).

Der FC Bayern hatte mit 72 Toren der erfolgreichsten Angriff (es folgt Bremen mit 71) und zusammen mit den Schalkern die beste Abwehr (nur 31 Gegentore).

Sie hatten zwar nicht zwei Top-Torjäger wie letztes Jahr die Wolfsburger mit Grafite und Dzeko. Aber dafür 4 Spieler mit 10 oder mehr Toren, wobei Robben mit 16 Toren bei nur 24 Einsätzen besonders erfolgreich war.

Der Meistertrainer ist zum ersten Mal in der Bundesliga-Geschichte ein Niederländer: Louis van Gaal. Er war mit dem Außenseiter AZ Alkmaar holländischer Meister geworden und zu den Bayern gewechselt. Am 8. Spieltag 8 Punkte hinter dem Spitzenreiter zurück, da wurden erste Zweifel in der Öffentlichkeit geäußert, ob das der richtige Mann für den Rekordmeister ist. Dickschädel van Gaal  zog aber seinen Stil durch und wurde nicht nur mit der Meisterschaft, sondern auch mit dem Einzug in das Pokalendspiel und - seit 9 Jahren erstmals wieder - mit dem Erreichen des Endspiels der Champions-League belohnt. Eine tolle Bilanz für einen Bundesliga-Trainer-Neuling. Nur vergleichbar mit dem erfolgreichen Einstieg von Branko Zebec bei den gleichen Bayern im Jahr 1968/69, als der auch sofort den Titel holte.

Der Vize-Meister

Trainer Felix "der Glückliche" Magath, schaffte es nicht, der erste Übungsleiter zu werden, der mit 3 verschiedenen Mannschaften (vorher 2x mit Bayern/1 x mit Wolfsburg) Bundesliga-Meister wird. Mit zwei verschiedenen Mannschaften waren vor ihm nur Max Merkel (München 1860/Nürnberg), Branko Zebec (Bayern/HSV), Hans Weisweiler (Gladbach/Köln), Udo Lattek (Bayern/Gladbach), Otto Rehhagel (Bremen/Kaiserslautern) und Ottmar Ottmar Hitzfeld (Dortmund/Bayern) Titelträger.

Trotzdem stufen die Fußball-Fachleute seine Leistung als neuer Trainer beim Ruhrpottclub sehr hoch ein. Er nahm keine Rücksicht auf Stars - ähnlich wie van Gaal bei den Bayern (Timoschtschuk, Klose, Gomez) - sondern baute neue, vollkommen unbekannte Leute wie Schmitz, Moritz oder Matip als Stammspieler in die Mannschaft ein. Zudem vertraute er auf die Torjägerkünste von Kevin Kuranyi, der mit 18 Toren wesentlich zum "Lauf" von S 04 beitrug.

Der muss in der neuen Saison ersetzt werden, weil er bei Dynamo Moskau viel mehr als im Ruhrpott verdienen kann.

Leverkusen mit dem Absturz nach der Vorrunde

Zum dritten Mal in der Geschichte der Bundesliga wurde mit Bayer Leverkusen eine Mannschaft in der kompletten Vorrunde ohne Niederlage Herbstmeister. Das schafften vorher nur Bayern München 1988 und der Hamburger SV sechs Jahre vorher, beide wurden Meister. Die Chemiestädter hingegen stürzten nicht ganz so tief ab wie letztes Jahr der damalige Neuling Hoffenheim (die wurden am Ende nur 7.) und erreichten wenigstens als 4. die Europa-League.

Torquote nicht überragend

Mit 866 Toren (= 2,8 pro Spiel) wurde die Zahl der letzten Saison um 28 verfehlt. Am letzten Spieltag der Vorrunde wurde am häufigsten das Runde in das Eckige befördert, nämlich 33mal. An drei Spieltagen wurde ein Mal weniger eingenetzt. Rekord sind immer noch die 53 Tore vom 32. Spieltag der Saison 1983/84. Die Zeiten, in denen über 1000 Tore in einer Saison fielen, sind längst vorbei: 1983/84 waren es 1097 (= fast 3,6 im Schnitt) in einer Saison. Insgesamt fielen in 47 Jahren 44.176 Treffer in 14.284 Spielen (= 3,1 im Schnitt).

Mit 22 Toren wanderte die Torschützenkanone des "kicker" vom Wolfsburger Grafite (letzte Saison 28) zu dessen Mannschaftskameraden Edin Dzeko, knapp vor Stefan Kießling aus Leverkusen.

Bremens Mittelfeldspieler Özil war der beste Vorbereiter in dieser Saison: 17mal legte er für einen Mannschaftskameraden auf. Damit erreichte er nicht den Rekord des Wolfsburgers Misimovic aus der letzten Saison (20).

Drei Mal 7 Joker-Tore an einem Spieltag

In dieser Saison haben die eingewechselten Spieler 3mal 7 Tore an einem Spieltag erzielt (am 2., 27. und 33. Spieltag). Insgesamt sind so viele Joker-Goals an einem Spieltag vorher erst 8mal vorgekommen. Rekord sind immer noch die 8 Joker-Tore am letzten Spieltag der Saison 1997/98. Überhaupt sind die Einwechsler mit ihren 96 Toren in diesem Jahr fast so erfolgreich gewesen wie in den Spielzeiten 2004/05 (110) und 2002/03 (100 Joker-Tore).

Am erfolgreichsten in dieser Saison wechselten der Meistermacher van Gaal und die Trainer von Wolfsburg (Veh und Köstner) ein: ihre Einwechselspieler erzielten je 9 Joker-Tore. Am nächsten kamen ihnen die Spieler des VfB Stuttgart (8). Immer noch Rekord: Bremen 15 (Saison 2006/07).

Beste Joker waren Martins (Wolfsburg) mit 4 Treffern (bei 9 Einwechslungen) vor van Nistelrooy (HSV, 4mal rein) und Robben (FC Bayern, 6mal) mit je 3. Damit wurde der Rekord von 9 Joker-Toren aus der Saison 2002/03 (Ganea, VfB Stuttgart) nicht einmal angetastet.

Wie im letzten Jahr: Schlechte Bilanz für die Heimvereine

Es gab nur 125 Heimsiege (2008/09: 143) in 306 Spielen, das sind gerade 41%. 1995/96 gewannen die Platzvereine sogar nur 123mal. 86 (74) Unentschieden steht die Rekordzahl von 95 Auswärtssiegen (= 31% aller Spiele, in den letzten beiden Spielzeiten 85) gegenüber. Was kann man daraus folgern: Dass das Heimrecht nicht mehr so viel wert ist wie früher und der Letzte den Ersten schlagen kann.

Es wurde 1649 mal aus- und eingewechselt, fast genauso oft wie 2008/09 (1673). Am Häufigsten machte davon der Neuling aus Mainz Gebrauch, genau 101 mal (vor Dortmund: 99). Das bedeutet, dass sie nur am 14. Spieltag nicht das volle Einwechselkontingent ausschöpften. Am wenigsten wechselte der Sensations-Absteiger Hertha BSC ein: nur 73mal. Damit unterboten die Hauptstädter die Quote der Frankfurter Eintracht aus der vergangenen Saison (80). Sie sind auch der einzige Verein, der zwei Mal überhaupt nicht auswechselte, sondern mit 11 Mann durchspielte. Sonst spielten nur Freiburg und Wolfsburg ein Mal durch.

Nur 4 Spieler waren in jeder der 3060 Minuten dabei: Lahm vom Meister, Torwart Neuer vom Vizemeister, Subotic von Dortmund und Brouwers aus Gladbach. Vier weitere Spieler haben alle 34 Spiele absolviert, aber nicht vollständig: neben Torwart Rost vom HSV noch die drei Youngster Thomas Müller vom FC Bayern, Arango aus Gladbach und Bastians vom SC Freiburg.


Dortmund mit den wenigsten gelben Karten

Der Rekordmeister aus Bayern war mit nur 44 gelben Karten (plus 2 wegen einer gelb-roten Karte) in 34 Spielen die fairste Mannschaft. Ihnen folgen die Gladbacher mit 48 und Dortmund mit 50. Die schwarz-gelben Ruhrpottler waren im letzten Jahr mit 48 die fairsten.

Die meisten kassierten die Stuttgarter mit 71 (vor einem Jahr Frankfurt mit 76) vor Köln (70) und Absteiger Bochum (69).

Mit nur 1059 gelben Karten (ohne gelb-rot) verzeichnete die deutsche Eliteliga den niedrigsten Stand seit Einführung der gelb-roten Karte 1991: bisher waren das 1077 in der Saison 1993/94, Höchstwert: 1320 in 2001/02.

Vidal der Spieler mit den meisten gelben Karten

Arturo Vidal vom abgestürzten Herbstmeister Leverkusen erhielt die meisten gelben Karten: 14. Dabei hätte er mit 8 gelben Kartons hintereinander zwischen dem 21. und 30. Spieltag auch noch fast den Rekord von Paul Freier (Bochum, letzte Saison) und Christian Poulsen (Schalke, 2005/06) eingestellt (beide 9). Ihm folgen einträchtig nebeneinander die beiden Hoffenheimer Salihovic und Simunic mit 13 sowie der Frankfurter Teber (11 gelbe und 1 gelb-rote = ebenfalls 13).

In der ewigen "Bestenliste" einer Saison führen hier noch immer Effenberg (Gladbach, 1997/98) und Poulsen (Schalke, 2005/06) mit je 17 vor Hajto (Duisburg, 1998/99) und Hollerbach (HSV, 2000/01) mit je 16 gelben Karten in einer Spielzeit.

Der aktuell fairste Spieler ist Per Mertesacker vom Pokalfinalisten Werder Bremen - und das als Abwehrspieler: ungewöhnlich! Er ist seit dem 15.04.2008 und 63 Spielen hintereinander ohne gelbe Karte. Getrübt wird diese positive Bilanz allerdings durch eine rote Karte am 27.09.2008 beim spektakulären 5:4 der Bremer gegen die Rangnick-Elf aus Hoffenheim.

Natürlich ist es für Torhüter leichter, lange Zeit gelb zu vermeiden. Trotzdem ist der absolute Spitzenreiter ein Feldspieler: Bum-Kun Cha (Vater des aktuellen Freiburger Spielers Du-Ri Cha). Er ertrug mit südkoreanischer Gelassenheit alle Fouls, die an ihm, dem pfeilschnellen Stürmer, von den Verteidigern verübt wurden. Er blieb 299 Spiele am Stück ohne gelb, und erst im achtletzten Spiel seiner großartigen Karriere (UEFA-Cup-Sieger mit Frankfurt und Leverkusen) sah er seine erste und einzige gelbe Karte: für heutige Verhältnisse absolut ungewöhnlich. Selbst der erfolgreichste in der Liste der Torhüter, Ex-Nationaltorwart und Europameister 1996, Andreas Köpke, schaffte "nur" 212 Spiele ohne gelben Karton, sah dabei aber auch mal die rote Karte.

Frankfurt mit den meisten Platzverweisen

Dies war die mit Abstand "fairste" Saison seit der Einführung der gelb-roten Karte 1991:  Noch nie waren so wenig rote (20) und gelb-rote (21) Karten zu verzeichnen wie in dieser abgelaufenen Saison: insgesamt also nur 41 Platzverweise (bisheriger Tiefstand: 50 in 2007/08).

Wenn man das mit den anderen 3 Top-Ligen Europas vergleicht, dann kann man die Bundesliga als die fairste Spitzenliga in Europa bezeichnen: In England waren es vor dem dortigen letzten Spieltag 65, in Italien 113 und in Spanien sogar 137 Platzverweise. Wobei man natürlich berücksichtigen muss, dass in diesen Ländern in der 1. Liga jeweils 20 Vereine spielen.

In der Vereins-Statistik "führen" die Frankfurter mit 5 vor Bochum, Mainz und Köln mit je 4. Damit erreichten sie aber noch lange nicht den Rekord von 1860 München (12 Platzverweise, 5 gelb-rote und 7 rote) aus dem Jahr 1994/95. Nur Dortmund und Freiburg überstanden die 34 Spiele ohne Hinausstellung.

Elfmeterschützen durchschnittlich treffsicher

Von der niedrigsten Quote in 47 Jahren Bundesliga: 55, wurden 43 verwandelt, das sind ca. 78 %, also quasi dieselbe Treffsicherheit wie im letzten Jahr ( 77%, davor 80%). 10 mal konnten die Torhüter den Schuss halten, 2 gingen an die Latte.

Die meisten Elfmeter zugesprochen bekam Bremen mit 7 (6 verwandelt) vor Hoffenheim 6 (5).

Die meisten Elfmeter wurden gegen die Gladbacher 6 (5 verwandelt, letztes Jahr Frankfurt: 8 von 11) und gegen die Berliner Hertha verhängt: 6 (4 verwandelt).

Der erfolgreichste Elfmeterschütze war Frings (Bremen), der alle 4 von ihm getretenen Elfmeter verwandelte, vor Rakitic (Schalke) 3 von 3 und Sahin (Dortmund) 3 von 4. In der letzten Saison trat Torschützenkönig Grafite 8mal an und verwandelte jedesmal. Ihm folgte damals Frei (Dortmund) mit 6 Versuchen und 6 Treffern.

Der erfolgreichste Elfmetertöter war Heinz Müller aus Mainz: er hielt gegen seinen Kollegen Butt (Bayern) und Barnetta (Leverkusen). Drei Torhüter standen 5mal einem gegnerischen Spieler zum Elfmeterduell gegenüber: am Häufigsten musste dabei Bailly (Gladbach) hinter sich greifen: 5mal. Fromlowitz (Hannover) hielt wenigstens einen von 5, Drobny (Berlin) ebenfalls, aber einer ging zusätzlich noch an die Latte.


Apropos Torwarte

Manuel Neuer vom Vizemeister war der beste Torwart dieser Saison, nimmt man die Spiele, in denen keine Gegentore kassiert wurden. Das waren beim Schalker Keeper immerhin 15 in 34 Spielen, während Südafrika-Fahrer Tim Wiese (Bremen, 31 Spiele) und Faryd Mondragon (Köln, 32 Spiele) das 12mal gelang.

Am meisten mussten diese Toreverhinderer hinter sich greifen: Fromlowitz (Hannover) 62, Heerwagen vom Absteiger Bochum 58 und Bailly (Gladbach) 52mal.

10 Trainer-Trennungen

9 Trainer wurden vorzeitig entlassen, einer kündigte den Vertrag selbst (Hecking, Hannover), genauso wie im letzten Jahr. Im Mai 2009 allerdings kam es zu 5 Trennungen nach dem Ende der Saison, was es vorher noch nie gab. An die Rekordzahlen von 2003/04 (14) und 1991/92 (13) kam man heuer aber nicht heran. Zwei Vereine trennten sich im Laufe der Saison sogar von 2 Trainern. Bei Hannover kündigte erst Hecking (ging später nach Nürnberg), dann wurde Bergmann entlassen und Slomka inthronisiert, der die Leinestädter dann doch noch auf den sicheren 15. Tabellenplatz hieven konnte. Bei Bochum nutzte die Entlassung von Koller und Herrlich nichts. Sie steigen zum sechsten Mal aus der Bundesliga ab.

Stark wieder der meistbeschäftigte Schiedsrichter

Wolfgang Stark aus Ergolding in Bayern leitete die meisten Spiele: 21 (2008/09: Kinhöfer, Meyer und Stark 20). Damit verbesserte er sich in der "ewigen" Liste der Referees mit den meisten geleiteten Spielen mit 221 auf Platz 4. Spitzenreiter ist natürlich immer noch Markus Merk mit insgesamt 339 Einsätzen. Ihm folgen Fandel mit 247 Spielen und Krug (240).

Lutz Wagner aus Kriftel hat nach 198 Spielen seine Laufbahn aus Altersgründen beendet.

Von den noch aktiven Schiedsrichtern wird Florian Meyer aus Burgdorf bei Hannover mit 197 Spielen in der nächsten Saison in den "Club der 200" und mindestens auf Platz 7 vorrücken. Er ist erst 42 Jahre alt und kann noch locker 60 Spiele leiten, bis er die Altersgrenze erreicht.

Neuer Zuschauerrekord am vorletzten Spieltag

Es war zu erwarten: Am 33. Spieltag hatten die Mannschaften mit den großen Stadien Heimrecht und ausverkauftes Haus, Dortmund mit 81.000, der neue Meister FC Bayern mit 69.000 und Schalke mit 62.000 Zuschauern. Wir rechnen nicht die zahlenden, sondern die tatsächlichen Besucher, aber letztes natürlich geschätzt einschl. Ehrengäste, Presse, Ordner usw.

Da gab es insgesamt etwa 489.000 Menschen, die in die 9 Stadien pilgerten. Das ergibt einen Durchschnitt von über 54.300 pro Spiel, sagenhaft und in Europa und der ganzen Welt einmalig. Den bisherigen Rekord hielt der vorletzte Spieltag der letzten Saison am 23. Mai 2009 mit 463.000 (= über 51.400 pro Spiel).

Die meisten Zuschauer kamen natürlich - wie immer in den letzten Jahren - nach Dortmund: 1,323 Millionen (Schnitt: 77.824), 38.000 mehr als in der letzten Saison. Den eigenen Zuschauerrekord aus der Saison 2003/04 mit 1,358 Mio. (79.882 pro Spiel) haben sie allerdings nicht erreicht. Den Borussen folgt wie in den vergangenen Jahren Bayern München, das seit drei Spielzeiten jedes Spiel ausverkauft hatte mit 69.000 Zuschauern (macht 1,173 Mio. insgesamt). Der dritte Verein mit mehr als 1 Million Zuschauern in 17 Spielen ist der FC Schalke 04, der nur zwei Mal ganz knapp nicht ausverkauft war, 1,049 Millionen Fans im eigenen Stadion hatte, was einen Schnitt von 61.706 pro Spiel ausmacht.