Saisonbilanz 2011/12

Kategorie: Allgemein

Bilanz der 49. Bundesliga-Saison 2011/12

Schon wieder eine Saison der Rekorde!

·Der Meister aus Dortmund hat hat nach der 3-Punkte-Regel einen neuen Rekord aufgestellt: 81 Zähler. Bisherige Rekordmarke waren die 79 Punkte des FC Bayern aus den Jahren 1971/72 und 1972/73.

·Zusätzlich stellten die Schwarz-Gelben ihren eigenen Spitzenwert von 11 Auswärtssiegen in einer gesamten Saison ein. Bisher waren nur Bremen">Werder Bremen (2003/04), der Hamburger SV (2005/06) und Leverkusen">Bayer Leverkusen (2010/11) 11mal auf fremdem Gelände erfolgreich. Das gelang selbst dem Rekordmeister nicht, der schaffte aber schon 6mal 10 Auswärtssiege und wurde in diesen Jahren jedesmal Meister.

·Ein weiterer Rekord des Titelverteidigers ist besonders bemerkenswert: In der HNA vom 20.09.2011 brachten wir eine Statistik, in der die Dortmunder mit ihren damals mageren 7 erreichten Punkten der am drittschlechtesten gestartete Meister aller Zeiten waren. Da hatten sie am 6. Spieltag in der vorletzten Minute in Hannover 1:2 verloren und lagen auf Platz 11 acht Punkte hinter dem Tabellenführer FC Bayern. Dann legten sie eine nie dagewesene Serie hin: 28 Spiele ohne Niederlage innerhalb einer Saison (bisher: Leverkusen">Bayer Leverkusen mit 24 Spielen 2009/10). Sie haben sogar zu Beginn der kommenden, der 50. Jubiläumssaison, die Chance, die saison-übergreifende Bestmarke des Hamburger SV von 36 Spielen (von Januar 1982 bis Januar 1983) einzustellen oder zu übertreffen.

·Der Zuschauerrekord aus dem letzten Jahr (13,177 Millionen) wurde klar übertroffen. Geschätzte 13,95 Millionen waren es in dieser Saison. Da wirkte sich aus, dass der St. Pauli">FC St. Pauli Hamburg und Frankfurt">Eintracht Frankfurt durch Hertha BSC Berlin und den Augsburg">FC Augsburg ersetzt wurde,. Die beiden Aufsteiger hatten im Schnitt ca. 6.000 Zuschauer mehr pro Spiel als die letztjährigen Absteiger. Im Schnitt besuchten 45.588 Zuschauer jedes der 306 Matches, eine Marke, die in Europa unerreicht bleibt.

Der Meister

Für die Borussen aus Dortmund war es der 5. Bundesliga-Titel. Damit haben sie mit Mönchengladbach">Borussia Mönchengladbach gleichgezogen, vor ihnen steht nur noch der Rekordmeister FC Bayern (21). Sie haben außerdem die meisten Tore geschossen (80). Ihr Trainer Klopp">Jürgen Klopp ist jetzt einer von 8 Trainern, der seinen Titel verteidigen konnte. Damit reiht er sich ein in die Liste von Trainer-Ikonen wie Udo Lattek (5mal, 4mal mit dem FC Bayern, 1mal mit Mönchengladbach), Ottmar Hitzfeld, Hennes Weisweiler, Pal Csernai, Ernst Happel, Heynckes">Jupp Heynckes und Magath">Felix Magath (siehe HNA vom 24.04.2012).

Torquote nicht überragend

Mit 875 Toren (2,86 pro Spiel) wurde die letztjährige Zahl von 894 nicht erreicht. Die Zeiten, in denen über 1000 Tore in einer Saison fielen, sind längst vorbei: 1983/84 waren es 1097 (= fast 3,6 im Schnitt) in einer Saison.

2009 und 2010 stand die Torschützenkanone des „kicker“ in Wolfsburg. Erst holte sie Grafite in deren Meisterjahr (28 Tore), dann Dzeko (22). Letztes Jahr ging sie wieder nach München. Gomez">Mario Gomez traf 28mal. Dieses Jahr holte der „Hunter“ Huntelaar">Klaas Jan Huntelaar mit 29 Einschüssen im gegnerischen Kasten die Trophäe. Eine Marke, die zuletzt Karlheinz Rummenigge 1981 erreichte.

Der beste Vorbereiter von Toren war Ribery">Franck Ribery vom Champions-Leagie-Finalisten: 20. Er erreichte damit sogar den Rekord des Wolfsburgers Misimovic aus dessen Meistersaison 2008/09. Mit weitem Abstand folgen sein Mannschaftskamerad Müller">Thomas Müller und der Hunter mit jeweils 13. Der Niederländer war damit auch der klar beste Scorer, d.h. Tore (29) und Vorbereitungen (13) zusammen: 42.

Es gab 139 Heimsiege, 79 Unentschieden und 88 Auswärtssiege. Damit wurde der Rekord von 102 Siegen für Gastmannschaften in der letzten Saison deutlich verfehlt, aber die 88 Erfolge sind immerhin die fünftbeste Zahl in 49 Jahren Bundesliga.

Viel weniger Joker-Tore als letzte Saison

Schon nach der Vorrunde (31) waren nur etwas mehr als die Hälfte der 60 in der Herbstserie 2010 von eingewechselten Spielern erzielten Tore erreicht wurden. Am Ende waren es 77.

Die meisten Joker-Tore erzielten: Arnautovic (Bremen), Choupo-Moting (Mainz), Perisic (Dortmund) und Robben (FC Bayern): je 3. Damit wurde der Top-Wert von 9 Joker-Toren aus der Saison 2002/03 (Ganea, Stuttgart">VfB Stuttgart) nicht einmal angetastet.

Am erfolgreichsten in dieser Saison wechselten ein: Bayern München">Bayern München (10 Joker-Tore) vor Stuttgart (7) und Bremen (6). Immer noch Rekord: Bremen mit 15 (Saison 2006/07).

Wenig Eigentore

Es gab nur 18 Eigentore (Rekord: Saison 2001/02 mit 32), aber immerhin 3 Doppel-Pechvögel: Hubnik (Hertha BSC">Hertha BSC), Toprak (Leverkusen) und Noveski (Mainz). Letzterer holte in der „ewigen“ Pechvogel-Liste den Hamburger Kaltz">Manfred Kaltz ein. Beide haben jetzt 6 Treffer ins eigene Netz aufzuweisen.

Die Mainzer stellten mit insgesamt 5 Eigentoren auch den Saisonrekord von Nürnberg (1990/91), 1860-muenchen" class="autolink autolink-team" title="1860 München">1860 München (1997/98), Rostock (2001/02) und Hannover (2010/11) ein.

Die meisten „geschenkten“ Tore vom Gegner (je 3) bekamen Hannover, Hoffenheim, Kaiserslautern und Wolfsburg. Kraft (Berlin) und Wetklo (Mainz) waren die Torwarte, die 3mal vom eigenen Spieler überlistet wurden.

Trainer des Jahres

Natürlich tendert da jeder objektive Fußball-Fan zum Meistertrainer Klopp">Jürgen Klopp. Er ist erst der 8. Trainer, dem die Titelverteidigung gelang. Aber da gibt es auch noch Kandidaten wie

üLucien Favre, der Mönchengladbach in der Rückrunde der letzten Saison nach dem 22. Spieltag mit 7 Punkten Rückstand auf Platz 16 übernahm, die Borussen in der Relegation gegen den Zweitligadritten Bochum vor dem Abstieg rettete und in der abgelaufenen Saison auf einen nie erwarteten 4. Rang und in die Champions-Leage-Qualifikation führte.

üJos Luhukay: dem Augsburg">FC Augsburg hatten die meisten Fans nur sehr geringe Chancen auf den Klassenerhalt gegeben. Aber der Niederländer führte mit Ruhe, Besonnenheit und taktischem Geschick den 51. Bundesligaclub in sichere Gefilde.

üChristian Streich: Als der Freiburg">SC Freiburg nach der Vorrunde nicht nur seinen Vorgänger Sorg entließ, sondern auch noch den Top-Torjäger Cissé">Papiss Demba Cissé an den englischen Club Newcastle United verkaufte und dann noch den Jugendtrainer Streich aus dem eigenen Verein zum Cheftrainer berief, dachten viele Fußballfans, dass die Breisgauer der erste Absteiger sind. Aber der Trainer-Newcomer sicherte seinem SC schon am drittletzten Spieltag den Klassenerhalt.

Bei den vorzeitigen Trainer-Trennungen wurde der Rekord aus der letzten und der Saison 2003/04 (14) nicht erreicht: 10mal gingen die Übungsleiter vor Ablauf ihres Vertrages, wobei zwei (Rangnick, Schalke, und Luhukay, Augsburg) selbst kündigten. Nur Hertha BSC">Hertha BSC Berlin">Hertha BSC">Hertha BSC Berlin feuerte ihren Boss 2mal (erst Babbel, dann Skibbe). Letzte Saison taten das immerhin 4 Vereine.

„Dauerbrenner“

Drei Torleute versäumten keine einzige der 3040 Minuten in der gesamten Saison: ter Stegen (Gladbach), Ulreich (Stuttgart) und Zieler (Hannover). Letzte Saison waren es noch 7 Akteure, darunter sogar 4 Feldspieler. Der Georgier Kobiaschwili">Levan Kobiaschwili von Hertha BSC">Hertha BSC Berlin">Hertha BSC">Hertha BSC Berlin hat mit Zé Roberto gleichgezogen als Ausländer mit den meisten Spielen (beide 336). Sollten die Hauptstädter die Relegation gegen den Zweitligadritten Düsseldorf erfolgreich bestreiten, könnte er sich in der nächsten Saison weit von dem Brasilianer absetzen. Aber ihm sitzt der Peruaner Pizarro">Claudio Pizarro (der übrigens auch noch die italienische Staatsbürgerschaft hat) im Nacken. Der hat nämlich jetzt 333 Spiele und damit den Bosnier Sergej Barebarez (330) überholt.

Aus- und Einwechselspieler

Kein Verein schöpfte in jedem der 34 Spiele das volle Einwechselkontingent aus. Julian Draxler vom Schalke 04">Schalke 04">FC Schalke 04">Schalke 04 war in der abgelaufenen Saison der Mann mit den meisten unvollständigen Spielem: In seinen 29 Spielen spielte er nur einmal die 90 Minuten durch, 19mal wurde er aus- und 9mal eingewechselt. Damit steht er in der ewigen „Bestenliste“ zusammen mit dem jetzigen Mainzer Zidan">Mohamed Zidan an 6. Stelle (siehe unsere Graphik). In dieser Saison folgt ihm Hegeler">Jens Hegeler (Nürnberg) mit 27 unvollständigen (15x raus, 12x rein) von insgesamt 31 Spielen.

Gladbach mit den meisten Platzverweisen

Letzte Saison war die mit Abstand „fairste“ seit der Einführung der gelb-roten Karte 1991:  Noch nie waren so wenig rote (20) und gelb-rote (21) Karten zu verzeichnen. Diesmal waren es nur zwei mehr (36x rot, 22 gelb-rot).  4 Spieler flogen 2x vom Platz: Brecko (Köln), Kadlec (Leverkusen), Kobiaschwili (Berlin) und Molinaro (Stuttgart). In der Vereins-Statistik „führen“ die Herthaner mit 8 (5 gelb-rot, 3 rot) vor Köln mit 6 (1/5) und Bremen mit 5 (1/4). Damit erreichten sie aber noch lange nicht den Rekord von 1860-muenchen" class="autolink autolink-team" title="1860 München">1860 München (12) aus der Saison 1994/95. Die Schiedsrichter Sippel und Winkmann stellten 7 Akteure vom Platz. „Böser Bube“ bei den gelben Karten war eindeutig Jones">Jermaine Jones (Schalke): er kassierte 14mal den Karton in nur 20 Spielen, hinter ihm Beck">Andreas Beck mit 13 in 30 Einsätzen.

Elfmeterschützen überdurchschnittlich treffsicher

Es wurden fast genauso viel Elfmeter (76) verhängt wie letzte Saison (83). Vorletztes Jahr (nur 55) war der Tiefststand in 49 Jahren zu vermelden. 66 wurden verwandelt, 9 gehalten und einer ging vorbei (von Cissé, als er vor seinem Wechselt zu Newcastle United/England noch bei Freiburg war). Der erfolgreichste Elfmeterschütze war Salihovic">Sejad Salihovic mit 7 verwandelten (von 8) vor Huntelaar mit 6 (von 7) und Robben mit 5 (von 6, Weidenfeller hielt im vorentscheidenden Spiel am 30. Spieltag). Die erfolgreichsten Elfmetertöter waren Leno (Leverkusen) und Weidenfeller vom Meister mit je zwei gehaltenen Strafstößen.

Michael Rensing vom Absteiger Köln stand 8mal einem gegnerischen Spieler zum Elfmeterduell gegenüber, er musste leider alle ins Netz lassen. Es folgen Ulreich (Stuttgart), alle 7 verwandelt und Starke (Hoffenheim) 7 (1 gehalten). Die meisten Elfmeter zugesprochen bekamen die Bayern mit 11 (2 gehalten) vor Hoffenheim 9 (1) und Schalke mit 7 (1). Die meisten Elfmeter wurden mit 9 gegen die Kölner verhängt (alle verwandelt).


Apropos Torwarte

Manuel Neuer war der beste Torwart dieser Saison, nimmt man die Spiele, in denen er keine Gegentore eingefangen hat. Das waren beim Vizemeister-Keeper immerhin 17 In 33 Spielen, während der letztjährige Beste Weidenfeller">Roman Weidenfeller (Dortmund) 14mal mit weißer Weste vom Platz ging. Die meisten Tore musste der bemitleidenswerte Rensing">Michael Rensing vom 1.FC Köln aus dem eigenen Netz holen: 71 in 32, Thomas Kraft vom Tabellen-16. Hertha BSC">Hertha BSC  60mal in 33 Spielen.

Drei Schiedsrichter mit 19 Spielen

Das waren Brych">Felix Brych, Meyer">Florian Meyer und Stark">Wolfgang Stark. Letzterer verbuchte damit bereits 259 Einsätze  in der Eliteliga und ist damit vor Fandel">Herbert Fandel (247) an die 2. Stelle der ewigen Bestenliste gerückt hinter Markus Mark (339). Meyer verdrängte außerdem mit 225 Spielen den bisherigen Vierten Krug">Helmut Krug (240).

Neuer Zuschauerrekord

Die meisten Zuschauer kamen natürlich – wie immer in den letzten Jahren – nach Dortmund: 1,375 Millionen (Schnitt: 80.882), nur ein Heimspiel waren mit 79.000 Zuschauern nicht ausverkauft (am 3. Spieltag gegen Nürnberg). Damit knackten sie sogar ihren bisherigen Zuschauerrekord aus der Saison 2003/04 (1,358 Mio.). Den Borussen folgen wie in den vergangenen Jahren Bayern München">Bayern München, das seit fünf (!)  Spielzeiten jedes Spiel ausverkauft hatte mit 69.000 Zuschauern (macht 1,173 Mio. insgesamt) und Schalke 04">Schalke 04 (1,047 Mio).

Die meisten unvollständigen Spiele (raus- oder rein) in 1 Saison

SpielerVereinuv Sp.auseinSp. ges.Saison
Mario GomezVfB Stuttgart30723302005/06
Roberto PintoArminia Bielefeld30328312005/06
Steffen BaumgartEnergie Cottbus30921332006/07
Christian Wück1. FC Nürnberg30427321991/92
Markus FeldhoffBayer Leverkusen29128331995/96
Mohamed ZidanBorussia Dortmund281117292008/09
Julian DraxlerFC Schalke 04 "> Schalke 0428199292011/12
Christian BrandWerder Bremen281711311997/98
Horst HeldtVfB Stuttgart28226312003/04
Oliver NeuvilleBayer Leverkusen281018322003/04

*Abkürzungen: uv Sp. = unvollständige Spiele, aus = ausgewechselt, ein = eingewechselt, Sp. ges. = Spiele gesamt