Saisonbilanz 2013/14
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Bilanz der 51. Bundesliga-Saison 2013/14:
Die meisten Tore pro Spiel seit 26 Jahren!
Im letzten Jahr wurde mit 898 Toren (2,93 pro Spiel) die 900er-Marke knapp verfehlt, diesmal deutlich übertroffen: 967 sind pro Spiel 3,16. Das gab es zuletzt in der Saison 1987/88 (962). Überhaupt hatte man den Eindruck, dass in der abgelaufenen Spielzeit die Mannschaften noch offensivfreudiger waren als in den Jahren davor. Für diese These spricht auch die hohe Zahl von 97 Auswärtssiegen, die fast den Rekord von 2010/11 (102, genau 1/3 aller 306 Spiele) erreichte. Allerdings: Die Zeiten, in denen über 1000 Tore in einer Saison fielen, sind lange vorbei: 1983/84 waren es 1097 (= 3,58 im Schnitt).
Torjägerkanone wieder nicht zu den Bayern
Zum dritten Mal hintereinander ging die Torjägerkanone des „kicker“ nicht nach München, zuletzt war das 2011 der Fall (Mario Gomez mit 28 Treffern). Aber mit 20 Treffern benötigte Robert Lewandowski erheblich weniger Einschüsse als vor zwei Jahren Huntelaar, Schalke (29) und 2013 Kießling, Leverkusen (25).
Marco ReusDortmunder Borussia belegte in der Torschützenliste nicht nur Platz 4, sondern war auch der erfolgreichste Vorbereiter von Toren (14)Bayern München ab, der 2012 den Rekord des Wolfsburgers Misimovic (20) aus dessen Meistersaison 2008/09 eingestellt hatte. Ribery hat sich aber in der „ewigen“ Vorbereiterliste mit insgesamt 90 Assists von Platz 7 auf 4 verbessert und jagt in der nächsten Spielzeit Mehmet Scholl (93) und Zé Roberto (94). In dieser Rangfolge führt übrigens immer noch Andreas Möller (Frankfurt/ Dortmund/Schalke) mit 109 (Assists werden seit 1988 statistisch erfasst).
Auf Reus folgen sein ehemaliger Gladbacher Mannschaftskamerad Max Kruse, Ribery und Alexandru Maxim (Stuttgart) mit je 12 Vorlagen. Es gab 145 (2012/13: 130) Heimsiege und mit 64 erheblich weniger Unentschieden (2012/13: 78).
Fleißige Joker
Letztes Jahr trafen Einwechselspieler nur 72mal, letzten Samstag wurde mit 109 fast der Rekord aus der Saison 2004/05 erreicht (110). Die meisten Joker-Tore erzielten: Eric-Maxim Choupo-Moting (Mainz) und Mario Mandzukic (FC Bayern) mit je 5 vor Domi Kumbela von Absteiger Braunschweig und Claudio Pizarro (FC Bayern, je 4). Damit wurde der Top-Wert von 9 Joker-Toren aus der Saison 2002/03 (Ganea, Stuttgart)Werder Bremen aus der Spielzeit 2006/07 eingestellt. Danach folgt Mainz mit 10 Toren von eingewechselten Spielern. Pizarro hat aber in der „ewigen“ Joker-Rangliste zu Hans-Jörg Criens (Gladbach/Nürnberg) und Mehmet Scholl (Karlsruhe/FC Bayern), beide 14 Joker-Tore, aufgeschlossen. Er kann in der nächsten Saison durchaus auch den Spitzenreiter Alexander Zickler (FC Bayern) erreichen, der als Einwechselspieler 18mal traf.
Eigentore
Es gab 24 (letzte Saison 27) Eigentore, der „Rekord“ aus der Saison 2001/02 mit 32 blieb unangestastet, aber es gab keinen Doppel-Pechvogel. Zum ersten Mal in der BL-Historie gab es zwei Eigentore von Torhütern in einem Spiel: am 23. Spieltag beim 1:1 zwischen Braunschweig und Gladbach semmelten Davari und ter Stegen den Ball ins eigene Netz. Bremen, Dortmund und Nürnberg mit je 3 Eigentoren waren die größten Pechvögel. Die meisten „geschenkten“ Tore vom Gegner (ebenfalls 3) bekamen Bremen, Gladbach, Mainz und Schalke. Schäfer (Nürnberg) war der Torwart, der 3mal vom eigenen Spieler überlistet wurde.
Trainer
Nach Meinung des Statistikers ist Markus Weinzierl Trainer der Saison:FC Augsburg in der letzten Runde nach einer schwachen Herbstserie (nur 9 Punkte) durch eine hervorragende Rückrunde am letzten Spieltag auf den sicheren 15. Platz, dann in der abgelaufenen Saison sogar auf Rang 8 und hätte mit den Schwaben fast die Europa-League erreicht.
Trainer-Trennungen gab es 9, die Trennung Tuchels von Mainz einbezogen (2012/13: 7). Drei Vereine feuerten zwei Übungsleiter: Stuttgart (erst Labbabia, dann Schneider), der Hamburger SV (Fink/van Marwijk) und Nürnberg (Wiesinger/Verbeek).
„Dauerbrenner“
Drei Torleute versäumten keine einzige der 3040 Minuten in der gesamten Saison: Bernd Leno (Leverkusen), Marc-André ter Stegen (Gladbach) und wie in den beiden letzten Jahren WM-Fahrer Ron-Robert Zieler (Hannover). Der Frankfurter Keeper Kevin Trapp bestritt ebenfalls alle Spiele, wurden aber ein Mal verletzt ausgewechselt. Die einzigen Feldspieler, die immer durchspielten und nie gesperrt waren, sind Daniel BaierFC Augsburg und Ricardo RodriguezVfL Wolfsburg. Alle 34 Spiele absolvierten auch Matthias Ginter (Freiburg), Zdenek Pospech (Mainz, beide 1mal ausgewechselt), „Heimkehrer“ Nuri Sahin (Dortmund, 6 aus-/3 eingew.), der Augsburger Halil Altintop (20/0) sowie die Gladbacher Patrick Herrmann (29/0), Raffael (15/0) und Max Kruse (5/0)Levan Kobiaschwili (Hertha BSC, 351) abgesetzt. Außerdem ist der Peruaner mit weitem Vorsprung der Spieler mit fremder Staatsangehörigkeit , der die meisten Tore (176, Platz 9 der ewigen Torjägerliste) erzielt hat. Nur noch ein Tor, und er hat Dieter Müller (Köln/Stuttgart/Saarbrücken) und Klaus Allofs (Köln/Düsseldorf/Bremen) eingeholt.
Aus- und Einwechselspieler
Nur der FSV Mainz 05 (letzte Saison:FC Augsburg) schöpfte in jedem der 34 Spiele das volle Einwechselkontingent aus. Leonardo Bittencourt (Hannover) war in der abgelaufenen Saison der Mann mit den meisten unvollständigen Spielen: In seinen 31 Spielen spielte er nur 4x die 90 Minuten durch, 16mal wurde er aus- und 11mal eingewechselt. Ihm folgt Jonas Hofmann, Dortmund, 25 unvollständige (3 aus-/22 ein-) bei 26 Einsätzen.
Am Häufigsten ausgewechselt wurde Patrick Herrmann (Gladbach): Er stand in allen 34 Spielen in der Anfangself, wurde aber 29mal ausgewechselt, womit er den bisherigen „Rekord“René Eijkelkamp (Schalke, 25mal raus in 29 Spielen) aus 1997/98 deutlich übertraf. Herrmanns Mannschaftskamerad Branimir Hrgota führt die Liste der meisten Einwechslungen an: 27 in 30 Spielen, womit er in der „ewigen“ Rangfolge immerhin Platz 3 belegt.
Platzverweise und gelbe Karten
Jeweils 29 rote und gelb-rote Karten sind sechs Hinausstellungen weniger als im letzten Jahr und genauso viele wie vor zwei Jahren. Luiz Gustavo vom VfL Wolfsburg wurde als 5. Spieler in der BL-Geschichte in einer Saison drei Mal vom Platz gestellt, immer mit gelb-rot. Drei Spieler (letzte Saison 6) flogen 2x vom Platz: Höwedes (Schalke), Perthel (Braunschweig) und Pinola (Nürnberg). Durch die tätige „Mithilfe“ von Gustavo „führen“ die Wolfsburger mit 8 Platzverweisen (5 gelb-rot, 3 rot)1860 München (12) aus der Saison 1994/95. Schiedsrichter Dankert schickte 6 Akteure vorzeitig in die Kabine, Stieler 5. „Böser Bube“ bei den gelben Karten war wie in der letzten Saison Carlos Zambrano (Frankfurt). Damals waren es 11, jetzt „steigerte“ er auf 13. Knapp dahinter mit 12 gelben (10 gelbe, 1 gelb-rot) Granit Xhaka (Gladbach) und Santiago Garcia (Bremen) sowie Johannes Flum, Frankfurt (jeweils 9 gelbe, 1 gelb-rot) mit 11 gelben Kartons. Spitzenreiter bei den Vereinen ist die Frankfurter Eintracht mit 79 gelben Karten (75 gelb, 2x gelb-rot), womit aber der Saisonrekord von 105 (!) durch Cottbus und Leverkusen (beide 2001/02) noch weit weg war. Die wenigsten gelben Karten kassierten die beiden Spitzenreiter FC Bayern (45) und Dortmund (43 gelb, 1x gelb-rot).
Elfmeter: Torhüter halten überdurchschnittlich
Von 87 Elfmetern wurden 3 verschossen (vorbei/Pfosten) und 20 von den Torhütern abgewehrt, das sind 23%, eine „Gehalten-Quote“, die seit sieben Jahren nicht mehr erreicht wurde. Elfmetertöter Nr. 1 war Bernd Leno (Leverkusen), der von 8 Elfmetern 5 abwehrte und damit fast den Saisonrekord von Thomas Zander (1860 München) aus der Saison 1979/80 einstellte. Der hatte damals von 7 Elfmetern 6 gehalten (der siebte ging daneben). Kevin Trapp (Frankfurt) wehrte immerhin 3 von 6 ab, Raphael Schäfer (Nürnberg) 3 von 7.Der eifrigste Elfmeterschütze war Sejad Salihovic (Hoffenheim), der 10mal am Punkt antrat und 8mal verwandelte (1x gehalten, 1x vorbei) vor Marco Reus (Dortmund), der alle 6 einnetzte. Die meisten Elfmeter zugesprochen bekam die TSG 1899 Hoffenheim mit 14 (10 verwandelt) vor den Borussen aus Dortmund mit 10 (alle eingelocht). Die Kraichgauer stellten damit den Rekord des HSV aus der Spielzeit 1998/99 ein. Aber dazu mehr in unserer Graphik. Die meisten Elfmeter wurden wie im letzten Jahr mit 8 gegen die Leverkusener gegeben (nur 3 verwandelt dank Torwart Leno, siehe oben). Es folgt Absteiger Nürnberg mit 7 (4 verw.).
Vereine mit den meisten Elfmetern in einer Saison
| Verein | gesamt | verwandelt | verschossen | Saison | Tabellenplatz Saisonende |
| Hamburger SV | 14 | 10 | 4 | 1998/99 | 7 |
| TSG 1899 Hoffenheim | 14 | 10 | 4 | 2013/14 | 9 |
| Bayern München | 13 | 13 | 0 | 1980/81 | Meister |
| Kickers Offenbach | 13 | 10 | 3 | 1970/71 | 17,Ab |
| Bor. Mönchengladbach | 13 | 9 | 4 | 1971/72 | 3 |
| Fortuna Düsseldorf | 13 | 9 | 4 | 1974/75 | 6 |
| Werder Bremen | 13 | 8 | 5 | 1975/76 | 13 |
| Bor. Mönchengladbach | 13 | 8 | 5 | 1981/82 | 7 |
| Bor. Mönchengladbach | 12 | 9 | 3 | 1985/86 | 4 |
| 1.FC Kaiserslautern | 12 | 9 | 3 | 1986/87 | 7 |
| Eintracht Frankfurt | 12 | 7 | 5 | 1974/75 | 3 |
Apropos Torhüter
Manuel Neuer war wie in der letzten Saison der beste Torwart, nimmt man die Spiele, in denen er keine Gegentore eingefangen hat. Das waren beim Meister-Keeper immerhin 15 (letztes Jahr 18) in 31 Spielen, während der Schalker Ralf Fährmann immerhin 11mal (in nur 22 Spielen) mit weißer Weste vom Platz ging. Die meisten Tore kassierte Raphael Schäfer vom Club aus Nürnberg: 65 in 33 Spielen. Es folgen René Adler (HSV) 63 in 30, Ron-Robert Zieler (Hannover) 59 in 34, Sven Ulreich (Stuttgart) 58 in 31und Oliver Baumann (Freiburg) 58 in 33 Einsätzen.
Sechs Schiedsrichter mit 16 Spielen
Felix Brych leitete letzte Saison 18 Spiele, in dieser 16, genauso wie Gräfe, Kircher, Meyer, Stark und ZwayerHerbert Fandel (247) überholt. Zu Beginn der nächsten Spielzeit werden Gagelmann und Kinhöfer in den Club der 200er aufgenommen, beide stehen nämlich bei 199 Einsätzen.
Dortmund: wieder Zuschauerrekord
Die meisten Zuschauer kamen natürlich – wie immer in den letzten Jahren – nach Dortmund: 1,374 Millionen (Schnitt: 80.941),Bayern München, das seit 7 (!) Spielzeiten jedes Spiel ausverkauft hatte, macht bei je 71.000 Zuschauern pro Spiel 1,Schalke 04 mit 61.824 (1,051 Mio). Insgesamt kamen zu den 306 Spielen 13,460 Millionen Besucher, das sind 277.000 mehr als im letzten Jahr und knapp ½ Million weniger als im Rekordjahr 2011/12.
Der Durchschnittsbesuch von 43.987 pro Spiel ist aber immer noch der mit Abstand höchste in Europa und wird weltweit nur noch von dem Schnitt der nordamerikanischen Football-League übertroffen.