Saisonbilanz 2014/15

Kategorie: Allgemein

Bilanz der 52. Bundesliga-Saison 2014/15:

Starker Rückgang bei den Toren

Im letzten Jahr wurden 967 Tore in 306 Spielen erzielt. Das hatte es zuletzt vor 27 Jahren gegeben. In dieser Saison wurde nur 843mal eingenetzt, das sind gerade mal 2,75 Tore pro Spiel. Gegenüber 2013/14 hatte man den Eindruck, dass in der abgelaufenen Spielzeit die meisten Mannschaften wieder defensiver eingestellt waren. Für diese Annahme spricht auch die geringere Zahl von Auswärtssiegen, nur noch 79 gegenüber 97 letztes Jahr. Dafür stieg die Zahl der Unentschieden von 64 auf 82. Die Anzahl der Heimsiege (145) blieb gleich. Außerdem gab es so viele 0:0 wie schon lange nicht mehr (28!), letzte Saison waren es nur 13 torlose Spiele.

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Torjägerkanone wieder nicht zu den Bayern

Der Rekordmeister aus München wurde zum 24. Mal in 52 Bundesligajahren Titelträger und schaffte zum viertel Mal drei Meisterschaften in Folge (vorher: 1972-74, 1985-87 und 1999-2001). Aber: Zum vierten Mal hintereinander ging die Torjägerkanone nicht nach München, zuletzt war das 2011 der Fall (Gomez mit 28 Treffern). Noch nie wurde mit Alexander Meier von der Frankfurter Eintracht ein Spieler Torschützenkönig, der nach dem 27. Spieltag wegen Verletzung nicht mehr spielen konnte. Bis dahin hatte er 19 Buden zu verzeichnen und wurde auch nicht mehr eingeholt. Einen neuen Rekord bei den Assists stellte Kevin de Bruyne vom Vizemeister VfLWolfsburg auf. Er bereitete 21 Tore seines Vereinsvor und verbesserte die bisherige Bestmarke (20) von Misimovic (ebenfalls Wolfsburg 2008/09) und Ribery (FC Bayern 2011/12).

Weniger Joker-Tore

Wenn deutlich weniger Tore fallen, ist es logisch, dass auch die Anzahl der Tore durch Einwechselspieler zurückgeht. Wurde im letzten Jahr mit 109 fast der Rekord aus der Saison 2004/05 erreicht (110), waren es heuer nur 84. Die meisten Joker-Tore erzielte Nils PetersenSC Freiburg und erzielte dort bei 6 Joker-Einsätzen 6 Tore, davon allein drei in seinem ersten Spiel für den Absteiger beim 4:1-Sieg gegen Frankfurt am ersten Rückrundenspieltag. Julian Brandt (Leverkusen) und Tim Matavz (Augsburg) folgen mit je 3 Joker-Treffern. Bei den Vereinen gefährdeten Leverkusen mit 8 sowie Augsburg,Werder Bremen (2006/07) und dem FC Bayern (2013/14). Am wenigsten passten die Frankfurter auf die gegnerischen Einwechselspieler auf: 11mal mussten sie Tore von denen kassieren.

Eigentore

Es gab 22 (letzte Saison 24) Eigentore, der „Rekord“ aus der Saison 2001/02 mit 32 blieb unangestastet, aber es gab nur einen falschen Doppel-Torschützen, Marcelo (Hannover), und das in einem Spiel bei der 1:2-Niederlage beim Nordrivalen Hamburger SV. Der Aufsteiger Köln und Vize Wolfsburg mit je 3 Eigentoren waren die größten Pechvögel. Die meisten „geschenkten“ Tore vom Gegner, nämlich 4, bekam Relegations-Teilnehmer HSV. Horn (Köln) war der Torwart, der 3mal von einem eigenen Spieler überlistet wurde.

Trainer

Markus Weinzierl sollte nach Meinung des Statistikers Trainer der Saison werden:FC Augsburg trotz der Abgänge von Stammspielern in der Sommerpause 2014 (Hahn nach Gladbach, Ji nach Dortmund, Vogt nach Köln) auf Rang 5 und erreichte mit den Schwaben die Gruppenphase der Europa-League. Trainer-Trennungen gab es 11 (Vorjahr 9). Der HSV gdab sogar drei Trainern den Laufpass (erst Slomka, denn Zinnbauer und Knäbel), Schalke Keller und die Matteo.

„Dauerbrenner“

Sechs Torleute versäumten keine einzige der 3060 Minuten in der gesamten Saison: Baumann (Hoffenheim), Bürki (Freiburg), Kruse (Paderborn, Leno (Leverkusen), Sommer (Gladbach) und wie in den beiden drei Jahren Zieler (Hannover). Die beiden Feldspieler, die immer durchspielten und nie gesperrt waren, sind Klavan (Augsburg) und Marcelo (Hannover). Als Ausländer mit den meisten Spielen hat sich Claudio Pizarro mit seinen 13 Einsätzen beim Rekordmeister mit inzwischen 383 Spielen vom Georgier Kobiaschwili (Freiburg, Schalke,Hertha BSC, 351) abgesetzt. Außerdem ist der Peruaner mit weitem Vorsprung der Spieler mit fremder Staatsangehörigkeit, der die meisten Tore erzielt hat (176, 9. Platz der ewigen Torjägerliste).

Aus- und Einwechselspieler

Kein Verein schöpfte das volle Einwechselkontingent aus in jedem der 34 Spiele (wie Mainz in der letzten Saison und Augsburg ein Jahr davor), Paderborn und Wolfsburg wechselten einmal nur zwei Spieler statt der erlaubten drei ein. Der HSV am 1. und 17. sowie Frankfurt am 26. Spieltag bestritten das komplette Spiel mit 11 Mann. Patrick Herrmann (Gladbach) war in der abgelaufenen Saison der Mann mit den meisten unvollständigen Spielen: In seinen 32 Spielen spielte er nur 5x die 90 Minuten durch, 21mal wurde er aus- und 6mal eingewechselt. Er ist auch derjenige Akteur, der am Häufigsten ausgewechselt wurde. Sein Mannschaftskollege Thorgan Hazard wurde 21mal in 28 Spielen eingewechselt.

Platzverweise und gelbe Karten

25 rote und 28 gelb-rote Karten sind fünf Hinausstellungen weniger als im letzten Jahr und die drittwenigsten seit der Einführung der gelb-roten Karte 1991. Der Minusrekord steht bei 41 Platzverweisen aus der Saison 2009/10 (21 gelb-rot, 20 rot). Wie in der letzten Saison flogen drei Spieler 2x vom Platz: Harnik (Stuttgart), Schulz (Hertha BSC) und Spahic (Leverkusen). Bei den Mannschaften „führen“ der HSV,1860 München (12) aus der Saison 1994/95. Schiedsrichter Brych schickte 6 Akteure vorzeitig in die Kabine, Stark und Zwayer je 5.

„Böser Bube“ bei den gelben Karten war der Gladbacher Granit Xhaka. Er sah am letzten Spieltag die 10. gelbe Karte, ergibt mit einer gelb-roten am 12. Spieltag 12 gelbe insgesamt. Ihm folgen Luiz Gustavo (Wolfsburg) und Marco Höger (Schalke) mit je 11 gelben Kartons.

Spitzenreiter bei den Vereinen ist der Hamburger SV: Seine Akteure sahen 83x gelb und 3x gelb-rote, ergibt 89 gelbe Kartons und damit einen mehr als die Frankfurter Eintracht (84 gelb, 2x gelb-rot), womit aber der Saisonrekord von 105 (!) durch Cottbus und Leverkusen (beide 2001/02) noch weit weg ist. Die wenigsten gelben Karten kassierten die Tabellen-Spitzenreiter FC Bayern (37) und Wolfsburg (44 gelb + 1x gelb-rot).

Elfmeter

Von 71 Elfmetern wurden 5 verschossen (vorbei/Pfosten) und nur 8 (Vorjahr: 20!) von den Torhütern abgewehrt.

Am Häufigsten stand Lukas Kruse vom Absteiger Paderborn einem gegnerischen Elfmeterschützen gegenüber: 7mal. Zwar wurden 5 verwandelt, aber immerhin konnte Kruse einen abwehren (von Perisic, Wolfsburg), ein weiterer ging an den Pfosten (von Rudy, Hoffenheim). Der Elfmetertöter Nr. 1 des letzten Jahres war Bernd Leno (Leverkusen),Thomas Zander (1860 München) aus der Saison 1979/80 einstellte. Der hatte damals von 7 Elfmetern 6 gehalten (der siebte ging daneben). In dieser Saison 2014/15 musste Leno mehr oder weniger tatenlos zusehen, wie alle 6 gegen Leverkusen verhängte Elfmeter verwandelt wurden. Im Gegensatz dazu konnte Drobny (HSV) von den gegen ihn verhängten 6 Elfern immerhin zwei abwehren und einer ging an die Latte (kurioserweise vom Torschützenkönig Meier, Frankfurt, der im gleichen Spiel vorher einen 11er gegen Drobny verwandelt hatte).

Der eifrigste Elfmeterschütze war Paul Verhaegh (Augsburg), der 7mal am Punkt antrat und 6mal verwandelte (1x Pfosten gegen Reina, FC Bayern) vor Vladimir Darida (Freiburg), der von 6 Elfern fünf einnetzte (einen hielt Drobny, HSV). Die meisten Elfmeter zugesprochen bekamen Freiburg mit 9 und Augsburg mit 8 (jeweils 6 verwandelt). Die meisten Elfmeter wurden gegen den HSV 8 und Absteiger Paderborn 7 gegeben. Jeweils 5 wurden verwandelt.

Torhüter

Manuel Neuer war wie in der letzten Saison der beste Torwart, nimmt man die Spiele, in denen er keine Gegentore eingefangen hat. Diesmal hat er aber einen neuen Rekord aufgestellt. Denn 20 Spiele hat noch kein Torwart – auch nicht „Titan“ Oliver Kahn – in einer Saison seinen Kasten sauber gehalten. Respekt, Welttorhüter des Jahres 2014! Ein anderer Torwart hat etwas Einzigartiges geschafft, Yann Sommer von Borussia Mönchengladbach. Er schaffte als erster Bundesliga-Debütant 15 Spiele ohne Gegentor in seiner ersten Saison, wie unsere Graphik zeigt.  

Torhüter: meiste Zu-Null-Spiele in ihrer BL-Debüt-Saison

TorwartSpiele ohne Gegentor SaisonSpiele gesamt SaisonSaisonVereinTabellenplatz Ende Saison
Yann Sommer15342014/15Borussia Mönchengladbach3
Manuel Neuer13272006/07Schalke 04Vize-Meister
Manfred Manglitz13301963/64MSV DuisburgVize-Meister
Timo Horn13332014/151. FC Köln12
Wolfgang Kneib13341976/77Borussia MönchengladbachMeister
Adam Matysek13341998/99Bayer Leverkusen  Vize-Meister

Schiedsrichter

Wolfgang Stark und Felix Zwayer leiteten 17 Spiele,Markus Merk immer näher (339). Dritter ist jetzt Meyer mit 272 Spielen.

Dortmund: wieder Zuschauerrekord

Die meisten Zuschauer kamen – wie immer in den letzten Jahren alleine schon auf Grund der Kapazität des Stadions – nach Dortmund: 1,375 Millionen (Schnitt: 80.882).

Bayern München, das seit acht (!) Spielzeiten jedes Spiel ausverkauft hatte., Durch die Erhöhung der zulässigen Zuschauerzahl von 71 auf 75.000 Zuschauern steigerte der Rekordmeister seine Gesamtzahl auf noch nie erreichte 1,239 Mio. in 17 Heimspiele,Schalke 04 mit 61.882 (1,052 Mio). An 4. Stelle mit 913.000 Zuschauern ist der Hamburger SV, was 53.706 pro Spiel ausmacht.

Insgesamt kamen zu den 306 Spielen 13,450 Millionen Besucher, das sind 10.000 weniger als im letzten Jahr und knapp ½ Million weniger als im Rekordjahr 2011/12.

Der Durchschnittsbesuch von 43.954 pro Spiel ist aber immer noch der mit Abstand höchste im europäischen Fußball.