Saisonbilanz 2015/16
Kategorie: Allgemein
Bilanz der 53. Bundesliga-Saison 2015/16:
Mehr Tore, Platzverweise-Minusrekord
Im vorletzten Jahr wurden 967 Tore in 306 Spielen erzielt. Das hatte es zuletzt vor 26 Jahren gegeben. In der letzten Saison gab es dann den Tore-Einbruch auf 843. In der abgelaufenen aber wieder eine leichte Steigerung auf 866, das sind immerhin 2,83 Tore pro Spiel. Gegenüber 2014/15 hatte man den Eindruck, dass wieder offensiver gespielt wurde. Für diese Annahme spricht auch die Steigerung von Auswärtssiegen von 79 im letzten Jahr auf genau 100. Damit wurde der Rekord aus der Saison 2010/11 (102) fast erreicht.
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Torjägerkanone zum zweiten Mal bei Lewandowski
FC Bayern, zuletzt war das 2011 der Fall (Gomez mit 28 Treffern). Robert Lewandowski gelang es seit 31 Jahren (Dieter Müller für den 1.FC Köln) wieder mal, 30 Tore zu erzielen. Den Rekord bei den Assists von Kevin de Bruyne (Wolfsburg) aus dem Vorjahr (21 Tore) erreichte Henrik Michitarjan vom Vizemeister aus Dortmund nicht ganz. Er zog aber mit 20 Torvorbereitungen immerhin gleich mit Misimovic (Wolfsburg 2008/09) und Ribery (FC Bayern 2011/12). Einzigartig ist aber Lewandowskis Rekord vom 6. Spieltag, als er erst nach der Pause beim 0:1-Rückstand gegen Wolfsburg von Trainer Guardiola aufs Feld geschickt wurde und innerhalb von knapp 9 Minuten fünf Joker-Tore erzielte, bisherige Bestmarke waren 3 Tore durch Einwechselspieler.
Joker-Tore
Es wurde mit 85 ein Tor mehr von Einwechselspielern erzielt als im letzten Jahr, aber der Rekord aus der Saison 2004/05 (110) wurde bei weitem verfehlt. Durch seine Glanztat gegen Wolfsburg wurde Lewandowski mit 7 Joker-Toren auch in dieser Rangliste der Primus, und das bei nur drei Einwechslungen. Ihm am nächsten kam Adrian Ramos vom Vizemeister BVB 09 mit 4 Einschüssen (18mal reingekommen). Bei den Vereinen liegen die beiden Tabellen-Spitzenreiter ebenfalls vorne, jeweils 9 Joker-Treffer, gefolgt von der TSG Hoffenheim mit 7. Am wenigsten passte der in dieser Saison so enttäuschende letztjährige Vizemeister Wolfsburg auf die gegnerischen Einwechselspieler auf: 13mal mussten sie Tore von denen kassieren,VfB Stuttgart mit 10.
Eigentore
Die Stuttgarter wurden bei ihrem ersten Abstieg seit 41 Jahren vom Pech verfolgt: Mit 7 Eigentoren in einer Saison stellten sie einen neuen Negativ-Rekord auf (bisher 5). Mit 29 Einschüssen ins falsche Tor wurde der „Rekord“ aus der Saison 2001/02 mit 32 fast erreicht. Drei Unglücksraben trafen sogar zwei Mal ins eigene Netz: Hinteregger (Gladbach), Niedermeier (Stuttgart) und Sulu (Darmstadt). Champions-League-Teilnehmer Leverkusen verzeichnet die meisten „geschenkten“ Tore vom Gegner, nämlich 5, danach Schalke mit 4. Tyton (Stuttgart) war der Torwart, der 6mal von einem eigenen Spieler überlistet wurde.
Trainer
Ralph Hasenhüttl und Dirk Schuster von den beiden Aufsteigern Ingolstadt und Darmstadt sollten nach Meinung des Statistikers Trainer der Saison werden, denn beide Vereine waren von vielen Experten als sichere Absteiger getippt worden. Trainer-Trennungen gab es, die von Breitenreiter (Schalke) eingerechnet, 8 gegenüber 11 im Vorjahr. Hoffenheim (Gisdol und Stevens) und Hannover (Frontzeck und Schaaf) trennten sich sogar zwei Mal im Laufe der Spielzeit von ihrem Coach.
„Dauerbrenner“
Vier (im Vorjahr 6) Torhüter versäumten keine einzige der 3060 Minuten in der gesamten Saison: Wiedwald (Bremen), Hradecky (Frankfurt), Karius (Mainz) und Zieler (Hannover). Letzterer absolvierte in München sein 176. Spiel in Folge, ohne eine einzige Minute zu verpassen. Er rückte damit in der ewigen Bestenliste dieser Statistik auf den 7. Platz vor (siehe unsere Graphik). Nur zwei Feldspieler zogen mit diesen 4 Torleuten gleich: Caldirola (Darmstadt) und Joel Matip (Schalke). Als Ausländer mit den meisten Spielen hat sich Claudio PizarroWerder Bremen mit inzwischen 411 Spielen vom Georgier Kobiaschwili (Freiburg, Schalke,Hertha BSC, 351) weiter abgesetzt. Außerdem ist der Peruaner mit weitem Vorsprung der Ausländer, der nach seinen 14 Toren in dieser Spielzeit die meisten Tore erzielt hat (190, Platz 5 der ewigen Torjägerliste).
Aus- und Einwechselspieler
Im letzten Jahr schöpfte kein Verein das volle Einwechselkontingent aus.8 Diesmal wechselten in jedem der 34 Spiele Gladbach und der Hamburger SV drei Spieler ein. Nur der 1.FC Köln am 20. Spieltag beim 1:1 in Hamburg bestritt das komplette Spiel mit 11 Mann. Mahmoud Dahoud (Gladbach) war in der abgelaufenen Saison der Mann mit den meisten unvollständigen Spielen: In seinen 32 Spielen spielte er nur 4x 90 Minuten durch, 23mal wurde er aus- und 5mal eingewechselt. Ihm folgt Moritz Hartmann (Ingolstadt) mit 26 (20 ein-/6 ausgewechselt). Dahoud ist auch derjenige Akteur, der am Häufigsten ausgewechselt wurde. Alexander Baumjohann (Hertha BSC Berlin) hingegen wurde 23mal in 24 Spielen eingewechselt vor Tobias Kempe (Darmstadt): 22mal in 31 Spielen.
Platzverweise und gelbe Karten
25 gelb-rote und 15 rote Karten ergeben 40 Hinausstellungen (Vorjahr 53). Das ist Minusrekord seit der Einführung der gelb-roten Karte 1991. Bisher stand der bei 41 Platzverweisen aus der Saison 2009/10 (21 gelb-rot, 20 rot).
Der „Top-Sünder“ war Granit Xhaka vom Champions-League-Qualifikanten Gladbach. Er musste mit 2x gelb-rot und 1x rot insgesamt 3mal vorzeitig vom Platz, Dante (Wolfsburg) traf das zwei Mal mit gelb-rot. Bei den Mannschaften „führt“ Absteiger VfB Stuttgart1860 München (12) aus der Saison 1994/95. Acht Schiedsrichter schickten jeweils drei Akteure vorzeitig in die Kabine. „Böser Bube“ bei den gelben Karten waren der Darmstädter Peter Niemeyer und der Bremer Clemens Fritz mit je 13.
Spitzenreiter bei den Vereinen ist die Frankfurter Eintracht mit 99 (93 gelb, 3x gelb-rot), womit der Saisonrekord von 105 (!) durch Cottbus und Leverkusen (beide 2001/02) gar nicht mal so weit weg war. Die wenigsten gelben Karten kassierte Dortmund mit 39 vor Gladbach 48 (44 gelb + 2x gelb-rot).
Elfmeter
Von 86 (Vorjahr 71) Elfmetern wurden 5 verschossen (vorbei/Pfosten) und 13 (Vorjahr: 8, davor 20!) von den Torhütern abgewehrt. Der eifrigste Elfmeterschütze war Moritz Hartmann vom Aufsteiger Ingolstadt, der 8mal antrat und alle verwandelte. Im folgt Paul Verhaegh (Augsburg), der 6mal am Punkt antrat und ebenfalls immer traf. Am Häufigsten stand Yann Sommer (Gladbach) einem gegnerischen Elfmeterschützen gegenüber: 8mal. Zwar konnte er keinen abwehren, aber einer ging vorbei (von Kroos, Bremen). Ron-Robert Zieler musste alle 7 gegen Absteiger Hannover verhängten 11er passieren lassen. Der Elfmetertöter Nr. 1 war 2015/16 der Mainzer Torwart Loris Karius, der von den gegen ihn verhängten 7 Strafstößen immerhin zwei abwehren konnte, zwei gingen vorbei. Die meisten Elfmeter zugesprochen bekam Neuling FC Ingolstadt 04 mit 10 (Hartmann 8, Hinterseer 1 verwandelt, Leckie 1 gehalten von Tyton, Stuttgart). Die meisten Elfmeter wurden gegen Gladbach (8) verhängt.
Torhüter
Manuel Neuer war wie in der letzten Saison der beste Torwart, nimmt man die 20 Spiele, in denen er keine Gegentore eingefangen hat. Diesmal hat er aber einen neuen Rekord aufgestellt. Denn 21 Spiele (davon das am letzten Spieltag gegen Ulreich ausgewechselt) hat noch kein Torwart – auch nicht „Titan“ Oliver Kahn – in einer Saison seinen Kasten sauber gehalten. Da waren Rune Jarstein (Hertha BSC) und Bernd Leno (Leverkusen) mit jeweils 12 Spielen ohne Gegentor weit hinten dran. Die meisten Gegentore kassierte Felix WiedwaldWerder Bremen mit 65, gefolgt von den Absteiger-Torhütern Zieler (Hannover) mit 62 und Przemyslaw Tyton (Stuttgart) mit 61 Einschlägen im eigenen Kasten.
Schiedsrichter
Gleich drei renommierte Schiedsrichter müssen nach diesem Spieljahr ihre Karriere in der Eliteliga aus Altersgründen (mit 47 Jahren ist national Schluss) beenden:Knut Kircher,Michael Weiner. Nach der Saison 2016/17 „erwischt“ es Wolfgang Stark. Er leitete in dieser Saison 17 Spiele,Dr.Markus Merk (339) in seinem letzten Jahr sogar noch überholen. Als Dritter verbleibt Meyer mit 287 Spielen. Die meisten Spiele der in dieser Saison eingesetzten 24 Erstliga-Referees pfiff Felix Brych mit 19 vor Manuel Gräfe und Felix Zwayer mit jeweils 18. Eine Besonderheit gab es außerdem in dieser Saison: Zwei Unparteiische mussten wegen Verletzung durch einen Linienrichter ersetzt werden: Drees am 7. wegen Oberschenkelverletzung und Welz am 11. Spieltag durch eine Verhärtung an der Wade. Das gab es zuletzt in der Saison 1989/90 (2x Richmann, Muskelfaserriss und Zerrung, 1x Umbach, am Kopf getroffen vom Abschlag des Dortmunder Torhüters de Beer).
Dortmund: wieder Zuschauerrekord
Die meisten Zuschauer kamen – wie immer in den letzten Jahren alleine schon auf Grund der Kapazität des Stadions – nach Dortmund: 1,390 Millionen (Schnitt: 81.765). Den Borussen folgen wie in den vergangenen Jahren die Bayern aus München, die seit neun (!) Spielzeiten jedes Spiel ausverkauft hatten. Durch die Erhöhung der zulässigen Zuschauerzahl auf 75.000 während der Saison 2014/15 steigerte der Rekordmeister seine Gesamtzahl auf noch nie erreichte 1,Schalke 04 mit 62.000 (1,054 Mio), an 4. Stelle mit 919.000 Zuschauern der Hamburger SV, was 54.059 pro Spiel ausmacht. Insgesamt kamen zu den 306 Matches 13,393 Millionen Besucher, das sind 57.000 weniger als im letzten Jahr und 557.000 weniger als im Rekordjahr 2011/12. Der Durchschnittsbesuch von 43.771 pro Spiel ist aber immer noch der mit Abstand höchste im europäischen Fußball.