Saisonbilanz 2016/17
Kategorie: Allgemein
Bilanz der 54. Bundesliga-Saison 2016/17:
Vier Joker-Tore-Rekorde
898, 967, 843 und dann 866 Tore wurden in den letzten 4 Spielzeiten in 306 Spielen erzielt. In der abgelaufenen Saison waren es 877, also eine leichte Steigerung gegenüber dem letzten Jahr, das sind immerhin 2,87 Tore pro Spiel. Auffallend ist der Rückgang von 100 Auswärtssiegen im letzten auf 82 in diesem Jahr. Der Rekord aus der Saison 2010/11 (102) ist wieder in weite Ferne gerückt.
Die Spielzeit der Einwechselspieler
In dieser Saison 2016/17 wurde der Rekord an Joker-Toren aus der Saison 2004/05 (110) weit übertroffen. Die Einwechselspieler trafen 125mal (!). Das sind 3,7 Tore durch im Laufe des Spiels hereingekommene Akteure an einem Spieltag. Der Joker-Held ist Nils PetersenVfB Stuttgart aus 2002/03 ein. Vor dieser Saison in der ewigen Bestenliste auf Platz 25,Bayern München und steht nun mit 19 Joker-Toren wohl noch lange einsam an der Spitze. Großartig!
TSG 1899 Hoffenheim mit 13 Joker-Toren an der Spitze,Werder Bremen (2006/07)Bayern München (2013/14) mit jeweils 17 nicht gefährden. Am wenigsten passte der in dieser Saison wieder mal enttäuschende Hamburger SV auf die gegnerischen Einwechselspieler auf: 15mal mussten die Hanseaten dabei den Ball aus dem eigenen Netz holen und übertrafen damit den Negativrekord vom 1.FC Saarbrücken (1992/93)VfL Wolfsburg (letzte Saison) um zwei Einschläge. Der FC Ingolstadt 04 stellte den alten Rekord auch noch ein.
Der Rekordmeister aus München wurde zum 26. Mal in 54 Bundesligajahren Titelträger und schaffte erstmals fünf Meisterschaften in Folge. Die kicker-Torjägerkanone ging aber mit 31 Treffern an den Dortmunder Aubameyang,Robert Lewandowski (30) noch überholte. Damit ist der Gabuner mit französischem Pass der beste ausländische Saison-Torjäger aller Zeiten. Der effektivste Torjäger für seinen Verein ist allerdings Anthony Modeste. Er hat von den 51 Toren seines 1.FC Köln immerhin 25 erzielt, das sind 49%. Damit ist er in der ewigen Rangliste dieser Statistik auf den 4. Platz gerückt (siehe unsere Graphik). Den Rekord bei den Assists von Kevin de Bruyne (Wolfsburg) aus 2014/15 (21) übertraf der Schwede Emil Forsberg vom Vizemeister und Neuling RasenBallsport Leipzig um eine Vorlage.
Effektive Torschützen für ihren Verein (in einer Saison)
| Rang | Spieler | % | Saison | Verein | Tore Spieler | Tore Verein | Tabellenplatz Verein Ende Saison |
| 1 | Papiss Demba Cissé | 53,7 | 2010/11 | SC Freiburg | 22 | 41 | 9 |
| 2 | Theofanis Gekas | 51,6 | 2010/11 | Eintracht Frankfurt | 16 | 31 | 17,Ab |
| 3 | Gerd Müller | 49,2 | 1968/69 | Bayern München | 30 | 61 | M |
| 4 | Anthony Modeste | 49,0 | 2016/17 | 1. FC Köln | 25 | 51 | 5 |
| 5 | Mario Gomez | 47,1 | 2016/17 | VfL Wolfsburg | 16 | 34 | 16,Rele |
| 6 | Josef Kaczor | 46,8 | 1976/77 | VfL Bochum | 22 | 47 | 15 |
| 7 | Klaus Fischer | 46,3 | 1969/70 | 1860 München | 19 | 41 | 17,Ab |
| 8 | Lukas Podolski | 46,2 | 2011/12 | 1. FC Köln | 18 | 39 | 17,Ab |
| 9 | Josip Drmic | 45,9 | 2013/14 | 1. FC Nürnberg | 17 | 37 | 17,Ab |
| 10 | Milivoje Novakovic | 45,7 | 2008/09 | 1. FC Köln | 16 | 35 | 12 |
| 19 | Pierre-Em. Aubameyang | 43,1 | 2016/17 | Borussia Dortmund | 31 | 72 | 3 |
Es sind nur Spieler aufgeführt, die mindestens 10 Tore in einer Saison erzielt haben!
Abkürzungen: M = Meister, Rele = Relegation gegen den 3. der 2. Liga, Ab = Absteiger.
Eigentore
gab es mit 17 deutlich weniger als im letzten Jahr (29, Rekord sind die 32 aus 2001/02). Kein Unglücksrabe traf zwei Mal ins eigene Netz. Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig verzeichnet die meisten „geschenkten“ Tore vom Gegner, nämlich 4.
Trainer
Ralph Hasenhüttl RasenBallsport Leipzig und Christian Streich vom Aufsteiger SC Freiburg sollten nach Meinung des Statistikers Trainer der Saison werden, denn Vizemeister und Platz 7 sind aller Ehren wert. Trainer-Trennungen gab es 9, nur die VW-Städter aus Wolfsburg trennten sich zwei Mal im Laufe der Spielzeit von ihrem Coach,Valérien Ismael.
„Dauerbrenner“
Sechs (im Vorjahr 4, davor auch 6) Torhüter versäumten keine einzige der 3060 Minuten in der gesamten Saison: Oliver Baumann (Hoffenheim), Rune Jarstein (Hertha BSC Berlin), Alexander Schwolow (Freiburg), Yann Sommer (Gladbach), Ralf Fährmann (Schalke) und Bernd Leno (Leverkusen) , aber keinem einzigen Feldspieler gelang dies.
Als Ausländer mit den meisten Spielen hat sich Claudio PizarroWerder Bremen mit inzwischen 430 Spielen vom Georgier Kobiaschwili (Freiburg, Schalke,Hertha BSC, 351 Spiele) weiter abgesetzt. Außerdem ist der Peruaner mit weitem Vorsprung der Ausländer, der nach seinem Goal in dieser Spielzeit die meisten Tore erzielt hat (191, Platz 5 der ewigen Torjägerliste).
Aus- und Einwechselspieler
Borussia Dortmund in jedem der 34 Spiele drei Spieler ein, der 1.FC Köln mit 88 von 102 möglichen am wenigsten. Rekord-Joker (s.o.)Nils Petersen (Freiburg) war in der abgelaufenen Saison der Mann mit den meisten unvollständigen Spielen: In seinen 33 Einsätzen spielte er nur 3x 90 Minuten durch, 4mal wurde er aus- und 26mal eingewechselt. Ihm folgt Alexander Esswein (Hertha BSC) mit 28 (14 ein-/14 ausgewechselt). Timo Werner vom Neuling Leipzig ist derjenige Akteur, der am Häufigsten ausgewechselt wurde, 19mal in 31 Spielen.
Platzverweise und gelbe Karten
Jeweils 28 gelb-rote und rote Karten ergeben 56 Hinausstellungen (Vorjahr Minusrekord mit 40 seit der Einführung der gelb-roten Karte 1991). Der „Top-Sünder“ war Jean-Philippe GbaminMainz 05. Er musste 2x mit gelb-rot und 1x mit rot vom Platz, Matthew Leckie vom Absteiger Ingolstadt zwei Mal (1x gelb-rot, 1x rot). Bei den Mannschaften „führen“Mainz 05 mit 7 (3x gelb-rot, 4x rot) vor Eintracht Frankfurt mit 6 (1x gelb-rot, 5x rot) und Ingolstadt (jeweils 3x) Damit erreichten die Karnevalsstädter aber noch lange nicht den Rekord von 1860 München (12) aus der Saison 1994/95. Schiedsrichter Winkmann aus Kerken schickte sieben Akteure, Siebert aus Berlin fünf vorzeitig in die Kabine. „Böser Bube“ bei den gelben Karten war der Augsburger Dominik Kohr mit 14 (12x gelb, 1x gelb-rot) vor dem Frankfurter Oscar Mascarell mit 13 gelben Kartons. Spitzenreiter bei den Vereinen ist wie im letzten Jahr die Frankfurter Eintracht mit 85 (83 gelb, 1x gelb-rot, damals 99: 93 gelb, 3x gelb-rot), womit der Saisonrekord von 105 (!) durch Cottbus und Leverkusen (beide 2001/02) nicht gefährdet war. Die wenigsten gelben Karten kassierte FC Bayern mit 47 vor Gladbach mit 50 (46 gelb + 2x gelb-rot).
Elfmeter
Von 98 (Vorjahr 86) Elfmetern wurden 7 verschossen (vorbei/Pfosten) und (wie in der Saison 2013/14) 20 (Vorjahr: 13) von den Torhütern abgewehrt. Die erfolgsreichsten Elfmeterschützen waren Andrej Kramaric aus Hoffenheim und Robert LewandowskiFC Bayern, die jeweils 5mal antraten und alle verwandelten. Am Häufigsten stand Ralf Fährmann (Schalke) einem gegnerischen Elfmeterschützen gegenüber: 10mal. Immerhin konnte er vier abwehren, Felix Wiedwald (Bremen) hielt von acht immerhin zwei. Die meisten Elfmeter zugesprochen bekamen Bayer Leverkusen mit 9 (nur 4 verwandelt!) vor dem Neuling SC Freiburg und dem FC Ingolstadt 04 mit jeweils 8. Die meisten Elfmeter wurden gegen Werder Bremen (10) verhängt, 8 wurden verwandelt, zwei gehalten. Auch Schalke 04 verursachte 10 vom Punkt (s.o. bei Fährmann).
Torhüter
Manuel Neuer war wie in der letzten Saison der beste Torwart. Obwohl er durch eine Verletzung acht Saisonspiele verpasste, blieb der Stammtorwart der Nationalmannschaft 14mal ohne Gegentor, was Oliver BaumannTSG 1899 Hoffenheim mit 12 Zu-Null-Spielen nicht erreichen konnte, obwohl er alle 34 Spiele absolvierte.
Die meisten Gegentore kassierte Alexander SchwolowSC Freiburg mit 60, gefolgt von Bernd Leno (Leverkusen) mit 55 sowie Michael Esser (Darmstadt) und Marwin Hitz (Augsburg) mit jeweils 50 Einschlägen im eigenen Kasten.
Schiedsrichter
Wie in unserer letzten Saison-Abschluss-Statistik vorhergesagt, hat Wolfgang StarkDr.Markus Merk (339) in seinem letzten Jahr überholt. Nach 344 geleiteten Bundesligaspielen trat er mit der Leitung des Spiels Gladbach gegen Darmstadt aus Altersgründen in den BL-Ruhestand. Dritter in der ewigen Referee-Rangliste bleibt Meyer mit 287 Spielen.
Die meisten Einsätze der 23 Erstliga-Schiedsrichter dieser Saison hatten neben Stark Felix Brych,Markus Fritz, Manuel Gräfe und Tobias Stieler mit jeweils 18.
Dortmund: wieder Zuschauerrekord
Die meisten Zuschauer kamen wie immer in den letzten Jahren alleine schon auf Grund der Kapazität des Stadions und trotz der einmaligen Sperre der Südstehtribüne (= ca. 25.000 Zuschauer) nach Dortmund: 1,365 Millionen (Schnitt: 80.294, letztes Jahr 81.765). Den Borussen folgen wie in den vergangenen Jahren die Bayern aus München, die seit zehn (!) Spielzeiten jedes Spiel ausverkauft hatten. Durch die Erhöhung der zulässigen Zuschauerzahl auf 75.000 während der Saison 2014/15 steigerte der Rekordmeister seine Gesamtzahl auf wie im letzten Jahr erreichte 1,275 Mio. in 17 Heimspielen. Dritter ist Schalke 04 mit 61.294 (1,042 Mio), an 4. Stelle mit 898.000 Zuschauern der Hamburger SV, was 52.824 pro Spiel ausmacht. Insgesamt kamen zu den 306 Matches ca. 13,393 Millionen Besucher,Hannover 96 mit ihren Arenen und jeweils über 50.000 Zuschauern pro Spiel.