Saisonbilanz 2017/18

Kategorie: Allgemein

Bilanz der 54. Bundesliga-Saison 2017/18:

Heynckes geht mit dem 4. Titel in den Ruhestand

877, 898, 967, und dann 843 Tore wurden in den letzten 4 Spielzeiten in 306 Spielen erzielt. In der abgelaufenen Saison waren es 855, also 22 weniger gegenüber dem letzten Jahr, das sind 2,79 (Vorjahr: 2,87) Tore pro Spiel. Auffallend ist, dass der Rückgang von 100 Auswärtssiegen im vorletzten auf 82 im letzten Jahr mit 84 nur geringfügig kompensiert werden konnte. Der Rekord aus der Saison 2010/11 (102) ist wieder in weite Ferne gerückt. Einzigartig in 55 Jahren Bundesliga ist, dass die meisten Tore der Saison am letzten Spieltag fielen (36) und am 17. Spieltag, dem letzten Spieltag der Vorrunde, also in Hin- und Rückspiel der gleichen Duelle.

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Trainer

Jupp Heynckes errang nach 1989, 1990 und 2013mit dem FC Bayern den vierten Meistertitel und ist gleichzeitig mit seinen 73 Jahren und 3 Tagen der älteste Bundesliga-Trainer aller Zeiten. Trainer-Trennungen gab es wie in der letzten Saison 9, nur die VW-Städter aus Wolfsburg (Jonker und Schmidt) und der „Dino“ und erstmalige Absteiger HSV (Gisdol und Hollerbach) trennten sich zwei Mal im Laufe der Spielzeit von ihrem Coach.

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Torjägerkanone zum dritten Mal an Robert Lewandowski

Der Rekordmeister aus München wurde zum 27. Mal in 55 Bundesligajahren Titelträger und schaffte erstmals sechs  Meisterschaften in Folge. Die kicker-Torjägerkanone ging mit 29 Treffern an Robert Lewandowski. Nils Petersen vom SC Freiburg folgt zwar mit weitem Abstand und 15 Treffern auf dem 2. Platz, aber in der ewigen Rangliste der wertvollsten Spieler für einen Verein ist er mit seinen 46,9% (15 der 32 Treffer, die die Breisgauer erzielt haben) immerhin an 6. Stelle. Die meisten Assists (Torvorlagen) lieferte Thomas Müller von den Bayern mit 16, verfehlte aber den letztjährigen Rekord des Schweden Emil Forsberg aus Leipzig (22).

Joker-Tore

Armindo Tué Na Bangna, der aus Guinea-Bissau stammende Portugiese mit dem Künstlernamen Bruma erzielte beim 6:2-Sieg der Leipziger RasenBallsportler in Berlin das letzte und 100. Joker-Tor dieser Saison. Damit wurde der Rekord von 124 aus der letzten Saison zwar weit verfehlt, aber 100 Joker-Tore oder mehr gab es erst zum 5. Mal in der Bl-Geschichte. Außerdem war es genau das 3.500 Goal eines eingewechselten Spielers seit 1967, denn in den ersten vier Jahren Bundesliga durfte kein Spieler eingewechselt werden. Die Joker-Helden 2017/18 waren Niclas Füllkrug von Hannover 96 und Luka Jovic (Eintracht Frankfurt) mit je 4 Treffern. Bei den Vereinen liegen Rekordmeister FC Bayern und RB Leipzig mit je 10 Treffern vorne, konnten aber den Rekord von Werder Bremen (2006/07) und Bayern München (2013/14) mit jeweils 17 nicht gefährden. Am wenigsten passte in dieser Saison die Frankfurter Eintracht auf. 10 mal musste der Pokalfinalist den Ball aus dem eigenen Netz holen.

Eigentore

gab es mit 20 drei mehr als im letzten Jahr, Rekord sind die 32 aus 2001/02. Als einziger Unglücksrabe traf Niklas Süle vom Rekordmeister drei Mal ins eigene Netz, Julian Schuster aus Freiburg zwei Mal. Die Breisgauer trafen 4mal ins eigene Netz, Werder Bremen und Schalke 04 waren drei Mal Nutznießer von „geschenkten“ Toren des Gegners.

„Dauerbrenner“

Acht (im Vorjahr 6) Torhüter versäumten keine einzige der 3060 Minuten in der gesamten Saison: Oliver Baumann (Hoffenheim), Koen Casteels (Wolfsburg), Ralf Fährmann (Schalke), Timo Horn (Köln), Lukas Hradecky (Frankfurt), Rune Jarstein (Hertha BSC Berlin), Jiri Pavlenka (Bremen) und Ron-Robert Zieler (Stuttgart). Bei den Feldspielern gelang dies nur dem „alten Kämpen“ Naldo (Schalke), dem Freiburger Christian Günter, Matthias Ginter (Gladbach) und dem Stuttgarter Benjamin Pavard. Als Ausländer mit den meisten Spielen hat sich der Peruaner Claudio Pizarro durch seine 16 Einsätze für den 1.FC Köln mit inzwischen 446 Spielen vom Georgier Kobiaschwili (Freiburg, Schalke, Hertha BSC) und dem Brasilianer Naldo (Bremen, Wolfsburg und Schalke) mit jeweils 351 Spielen weiter abgesetzt.

Aus- und Einwechselspieler

Im letzten Jahr wechselte nur Borussia Dortmund in jedem der 34 Spiele drei Spieler ein, in diesem immerhin vier Teams: der Meister, Hoffenheim, Leverkusen und Schalke. Nur 91mal machte der Relegationsteilnehmer Wolfsburg vom Wechsel Gebrauch. Sergio Cordova vom FC Augsburg durfte in keinem seiner 26 Spiele 90 Minuten auf dem Platz verbringen. Das ist kein Wunder, denn er stand nur 3mal in der Startelf und wurde jeweils ausgewechselt, die restlichen 23 Einsätze wurde er eingewechselt. Nur Franco di Santo (Schalke,18 mal raus, 8mal rein) und Kainz (Bremen, 16mal raus – davon einmal als Einwechselspieler – und 11 mal rein) machten genau so viele unvollständige Spiele. Salomon Kalou von Hertha BSC ist derjenige Akteur, der am Häufigsten ausgewechselt wurde, 19mal in 31 Spielen.

Platzverweise und gelbe Karten

Der Minusrekord von 40 aus der Saison 2015/16 wurde nur knapp übertroffen. 20 rote und 22 gelb-rote Platzverweise wurden ausgesprochen. Donati (Mainz) und Söyüncü (Freitag) wurden mit jeweils 1x gelb-rot und rot bestraft. Bei den Mannschaften „führen“ Leipzig und Wolfsburg mit jeweils 6 Hinausstellungen. Damit erreichten sie aber noch lange nicht den Rekord von 1860 München (12) aus der Saison 1994/95. Die Schiedsrichter Aytekin und Stieler stellten 4 Foulspieler vom Platz. „Böser Bube“ bei den gelben Karten war der Hamburger Papadopoulos mit 13 gelben Karten (11x gelb, 1mal gelb-rot) vor dem Stuttgarter Ascacibar mit 12 (10 + 1 gelb-rot). Spitzenreiter bei den Vereinen ist wie in den letzten beiden Jahren die Frankfurter Eintracht mit 72, danach folgt Hoffenheim mit 71, womit der Saisonrekord von 105 (!) durch Cottbus und Leverkusen (beide 2001/02) nicht gefährdet war. Die wenigsten gelben Karten kassierten die Dortmunder mit 41 vor dem FC Bayern mit 42.

Elfmeter

Von 92 (Vorjahr 98) Elfmetern wurden 9 verschossen (vorbei/Pfosten) und 15 von den Torhütern abgewehrt, aber vier im Nachschuss verwandelt. Die erfolgreichsten Elfmeterschützen: Robert Lewandowski vom FC Bayern, der 7mal antrat und ein Mal vorbei schoss. Hazard (Gladbach) und Petersen (Freiburg) verwandelten 5mal und vergaben jeweils 1mal. Am Häufigsten standen Timo Horn (Köln) und  Koen Casteeels (Wolfsburg) einem gegnerischen Elfmeterschützen gegenüber: 9mal. Casteels konnte drei, Horn einen abwehren, 10 Elfmeter zugesprochen bekamen jeweils Schalke (alle verwandelt!) und Freiburg (4 verschossen):

Torhüter

Mit 12 Zu-Null-Spielen am erfolgreichsten waren gleich vier Torhüter: Bürki (Dortmund), Fährmann (Schalke), Ulreich (Bayern) und Zieler (Stuttgart). Die meisten Gegentore kassierte Horn vom Absteiger Köln mit 70, ihm folgen Schwolow (Freiburg) mit 53 und Gulacsi (Leipzig) mit 52 Einschlägen im eigenen Kasten.

Schiedsrichter

Die meisten Einsätze der 24 Erstliga-Schiedsrichter dieser Saison hatte Manuel Gräfe mit 18. Ihm folgen Aytekin, Brych, Siebert und Stieler mit je 17 Spielen. Brych hat jetzt insgesamt 249, Gräfe 239 Matches geleitet. Zum ersten Mal in der BL-Geschichte leitete eine Frau Spiele, Bibiana Steinhaus aus Langenhagen bei Hannover. Sie pfiff immerhin bei acht Begegnungen.

Dortmund: wieder Zuschauerrekord

Die meisten Zuschauer kamen wie immer in den letzten Jahren alleine schon auf Grund der Kapazität des Stadions und trotz des einmaligen Boykotts der Süd-Stehtribüne (= ca. 25.000 Zuschauer) wegen des unbeliebten Montagsspiels nach Dortmund: 1,361 Millionen (Schnitt: 80.059, vorletztes Jahr 81.765). Den Borussen folgen wie in den vergangenen Jahren die Bayern aus München, die seit elf (!) Spielzeiten jedes Spiel ausverkauft hatten. Durch die Erhöhung der zulässigen Kapazität auf 75.000 während der Saison 2014/15 hielt der Rekordmeister seine Gesamtzahl von 1,275 Mio. in 17 Heimspielen. Dritter ist Schalke 04 mit 61.823 (1,051 Mio), an 4. Stelle mit 969.000 Zuschauern der Aufsteiger aus Stuttgart, was 57.000 pro Spiel ausmacht. Insgesamt kamen zu den 306 Matches ca. 13,818 Millionen Besucher, das sind 425.000 mehr als im letzten Jahr. Der Durchschnittsbesuch von 44.856 pro Spiel ist natürlich der mit Abstand höchste im europäischen Fußball.