Saisonbilanz 2022/23

Kategorie: Allgemein

Die Bilanz der Fußball-Bundesliga-Saison 2022/23:

Füllkrug und Nkunku mit 16 Treffern Torschützenkönige

11 Meisterschaften in Folge für den Rekordmeister FC Bayern München. Aber noch nie war es so knapp wie in dieser Saison. Denn die Bayern waren nach dem 33. Spieltag nur Zweiter und haben es auch dem großartigen Einsatz der Mainzer in Dortmund zu verdanken. Und das, obwohl es für sie um nichts mehr ging. Die Dortmunder sind in dieser Dauerserie der Bayern sieben Mal Vizemeister geworden, aber noch nie so knapp mit Punktgleichheit durch die schlechtere Tordifferenz gescheitert.

16 Tore für die beiden Torschützenkönige Christopher Nkunku (Leipzig, in 25 Spielen) und Niclas Füllkrug (Bremen, 28) sind die niedrigste Quote aller Zeiten. Die teilten sich bisher Roland Wohlfarth (FC Bayern) und Thomas Allofs (1.FC Köln) in der Saison 1988 /89. Kein Vergleich zu den 41 von Robert Lewandowski aus der vorletzten Spielzeit.

25 weiße Westen haben die beiden erfolgreichsten Keeper zusammen aufzuweisen. Es führt in dieser Statistik überraschend der Freiburger Torhüter Flekken mit 13 vor Casteels (Wolfsburg) 12. Erst dann kommen mit je 11 Spielen ohne Gegentor Kobel (Dortmund) und Rönnow (Union Berlin), zukünftige Champions-League-Torleute.

25 Eigentore (Vorjahr: 31) sind zu vermerken. Zwei Spielern passierte dieses Missgeschick sogar doppelt: dem Bremer Friedl und dem Kölner Schmitz. Bochum, Köln und Wolfsburg holten je drei Mal den Ball aus dem eigenen Netz, zum Trost waren die Kölner sogar vier Mal Nutznießer von einem Selbsttor des Gegners.

32 unvollständige Spiele absolvierte Kevin Behrens. In 33 Einsätzen für Union Berlin spielte er nur ein Mal 90 Minuten komplett durch, wurde aber je 16mal ein- und ausgewechselt. Genauso Omar Marmoush vom VfL Wolfsburg, aber mit 15 Ein- und 18 Auswechslungen (in einem Spiel rein und raus). Behrens' Mannschaftskamerad Janik Haberer absolvierte ein Match weniger (32), musste 30mal vorzeitg raus- und kam zwei Mal von der Bank. Also auch Gleichstand.

43  Spieler wurden von den Referees des Feldes verwiesen (23 mit gelb-rot, 20 rot). Der absolute Minus-Rekord seit Einführung der gelb-roten Karte 1991/92 aus dem letzten Jahr (24) wurde deutlich übertroffen. 3mal wurde Piero Hincapie (Leverkusen) vom Platz gestellt: 2x gelb-rot am 4. und 10., rot am 33. Spieltag. In einer Saison schafften das vor ihm nur sechs Spieler (siehe unsere Grafik). Damit trug der Ekuadorianer wesentlich dazu bei, dass Bayer mit sieben auch die meisten Hinausstellungen aller 18 Klubs aufwies (3x gelb-rot, 4x rot). Zufällig gab es auch 43gelbe Karten für Trainer, Co- und Torwart-Trainer, so viel wie noch nie. Die meisten für Matarazzo: gelb und gelb-rot als Trainer des VfB Stuttgart, 1x gelb für Hoffenheim. Außerdem ein roter Karton für Glasner (Frankfurt).

47 Jahre alt musste Herthas Trainer Pal Dardai werden, um zum dritten Mal den Auftrag zu bekommen, die Berliner vor dem Abstieg zu retten. Diesmal ist es nicht gelungen, die Hertha muss runter, und der "kleine" Lokalrivale 1. FC Union aus dem Stadtteil Köpenick hat sich durch den 4. Platz in der Abschlusstabelle für die Champions League qualifiziert. So ändern sich die Zeiten. - Trainer-Trennungen gab es zehn (Vorjahr 9).

72 Gegentore kassierte Manuel Riemann vom VfL Bochum in 34 Spielen. Gefolgt wurde er von Oliver Christensen (Hertha), der 68mal in 33 Spielen hinter sich greifen musste.

77 Doppelpacks gab es in dieser Runde 77 (Vorjahr:80), also Spieler, die in einem Spiel zwei Tore oder mehr erzielten. Darunter waren nur vier (Vj.: 7) Dreierpacks, und zwar von Ducksch (Bremen), Gnabry (Bayern), Grifo (Freiburg) und Onisiwo (Mainz). Die meisten bei den Spielern erzielte Christopher Nkunku (Leipzig) mit 4, die niedrigste Quote seit vielen Jahren. Die Erfolgreichsten bei den Vereinen waren Dortmund mit 9 vor Bayern und Leipzig mit je 8 DPs. Torhüter: Riemann (Bochum) 10, Schwolow (Schalke) 9.

96 gelbe Karten (92 gelbe, 2x gelb-rot) kassierte der FC Augsburg in 34 Spielen. Das wurde seit 2006 nur von derFrankfurter Eintracht übertroffen: 99 in der Saison 2015/16.

109 Elfmeter wurden verhängt. 85 wurden verwandelt, 14 gehalten und 10 verschossen (Latte/Pfosten/vorbei). Von den Spielern verwandelte die meisten Grifo (Freiburg): 7 von 8. Füllkrug (Bremen) und Lukebakio (Hertha BSC) mit jeweils 5 von 5 folgten. Die meisten Strafstöße bekam Hoffenheim zugesprochen: 9, verwandelt wurden 7. Danach folgt Freiburg: 7 von 8 und Hertha BSC, alle 7 ins Tor. Gegen Bochum wurden 14 ausgesprochen, aber nur 8 verwandelt. 3mal hielt Torwart Riemann, drei wurden verschossen. Mit Abstand folgt der Dauermeister FC Bayern: von 10 waren neun drin. Bei den Torhütern folgt auf Riemann Yann Sommer. Er musste für Gladbcach zwei Mal und dann für die Bayern sieben Mal, also alle neun 11er passieren lassen.

152 Joker-Tore fielen. Neuer Rekord. Der alte stand bei 146 aus den Spielzeiten 2018/19 und 2020/21. Die erfolgreichsten Torschützen waren Reyna (Dortmund) und Stindl (Gladbach) mit jeweils fünf Goals nach ihrer Einwechslung. In der letzten seiner 27 Einwechslungen für den SC Freiburg konnte Nils Petersen sein 34. Joker-Tor erzielen und damit seinen Vorsprung in der ewigen Bestenliste auf den Zweiten Claudio Pizarro (21) und den Dritten Alexander Zickler (18) ausbauen. Bei den Vereinen waren in dieser Spielzeit vorne: Dortrmund 14, Wolfsburg 13, Union Berlin und Stuttgart je 11, Mainz 10.

195 gelbe Karten gab es für Einwechselspieler, die meisten für Ngankam (Hertha) 4. Bei den Vereinen verzeichneten Hertha BSC und Köln je 17 vor dem FC Union Berlin 16.

Erstmals 4 gelbe Karten für Einwechselspieler einer Mannschaft gab es im Spiel Köln - Hertha BSC (5:2) am 32. Spieltag: Die kassierten die Berliner Mittelstädt, Ngankam, Rogel und Serdar.

An den beiden unfairsten Spielen waren die Chemiestädter aus Leverkusen beteiligt: am 21. Spieltag zu Hause gegen Mainz und zum Saisonschluss beim Spiel in Bochum, wo es um Europa-League und Abstieg ging: jeweils 10 gelbe und eine rote Karte wurde verhängt.

336 Bundesliga-Spiele hat Dr. Felix Brych bisher gepfiffen und damit nach Wolfgang Stark (344) und Markus Merk (338) die meisten Spiele geleitet. In dieser Saison waren es 18. Deniz Aytekin hat ein Spiel mehr (insgesamt 218). Harm Osmers hat die meisten Platzverweise ausgesprochen: 5.

971 Tore (3,17 pro Spiel) wurden erzielt. Fast so viele wie in der Saison 2019/20 (982) – das war mit 3,21 Toren der beste Durchschnittswert seit der Saison 1986/87. Die Zahl der Auswärtssiege ging von 114 in der Rekordsaison 2019/20 über 96 und 90 auf 86 zurück. Dem stehen 145 Heimerfolge und 75 Remis gegenüber.

2748 Einwechslungen sind 4,5 im Durchschnitt pro Spiel für jede der 18 Mannschaften. Kurios und noch nie dagewesen: Diese verteilen sich gleichmäßig auf Vor- und Rückrunde (je 1374). Die meisten Spieler schickte Union-Trainer Fischer vom Champions-League-Teilnehmer 2023/24 von der Bank aufs Feld: 165. Das heißt: nur fünf Mal wechselte er 4 Spieler ein, ansonsten nahm er immer das Auswechselkontingent von 5 pro Spiel in Anspruch. Am wenigsten Gebrauch von dieser Möglichkeit nahm Trainer Farke von Mönchengladbach: 133mal. In sieben Spielen wechselt er sogar nur jeweils zwei Akteure aus.

Der Freiburger Trainer Streich stellte seinen scheidenden Kapitän Nils Petersen in dessen 27 Spielen nie in der Startelf auf. Immer brachte er ihn von der Bank aufs Feld. In Frankfut am letzten Spieltag musste der beste Joker aller Zeiten sogar 90 Minuten auf der Bank schmoren.

3060 Minuten immer dabei. Nur ein Feldspieler verpasste keine einzige Minute in allen 34 Saisonspielen: Christian Günter (Freiburg), der auch schon in den beiden letzten Spielzeiten immer dabei war. Wir ziehen den Hut vor so viel Beständigkeit: nie verletzt, nie eine Gelb-Sperre, kein Platzverweis.

13.300.000 Zuschauer ungefähr besuchten die 306 Spiele in der abgelaufenen Saison 2022/23. Das sind genau 43.431 pro Spiel. Die meisten kamen zum Vizemeister Dortmund, der in 16 Heimspielen jeweils 82.000 Zuschauer hatte und nur im Match gegen Hoffenheim aus Sicherheitsgründen "nur" 80.000 ins Stadion ließ. Und wie immer waren alle Spiele des Rekordmeisters in der Münchner Arena mit 75.000 Fans ausverkauft.

Grafik zur Zahl 43:

In einer Saison am Häufigsten vom Platz:

Spieler

Verein

wie oft

gelb rot

rot

Saison

Aleksandar Vasoski

Eintracht Frankfurt

3

1

2

2006/07

Maxence Lacroix

VfL Wolfsburg

3

1

2

2021/22

Bernhard Trares

TSV 1860 München

3

2

1

1994/95

Josip Simunic

Hertha BSC Berlin

3

2

1

2006/07

Piero Hincapie

Bayer Leverkusen

3

2

1

2022/23

Marcelo José Bordon

VfB Stuttgart

3

3

0

2001/02

Luiz Gustavo

VfL Wolfsburg

3

3

0

2013/14